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Verträge entwerfen, Dokumente vergleichen, Recherche beschleunigen: Juristische KI-Anwendungen entwickeln sich rasant zum praktischen Werkzeug im Alltag von Energieversorgern. Nach einem einjährigen Praxistest setzen erste Unternehmen der Thüga-Gruppe die Systeme bereits produktiv ein – mit spürbaren Effizienzgewinnen.
Als Abteilung schneller und effizienter werden, Recherchearbeiten und das Zusammenfassen von juristischen Texten an KI delegieren, erste Vertragsentwürfe erstellen lassen: Das waren Ziele, die Thüga-Juristen und Kolleginnen aus 15 Partnerunternehmen bewogen, KI-gestützte Tools zu testen. „Das einjährige Erproben hat sich gelohnt“, sagt Dr. Winfried Rasbach, Leiter des Thüga-Bereichs Recht. „Was Beck-Noxtua und Libra heute in unserem täglichen Doing im Recht leisten können, ist so außerordentlich, dass die juristischen Kolleginnen und Kollegen aus der Thüga-Gruppe und mein Team künftig damit arbeiten wollen.“

Wo haben Sie und Ihr Team den Workspace Libra eingesetzt?
Anfangs vor allem als Nachschlagewerk. Wir haben der KI Fragen gestellt, uns Vorschläge und Ideen zu bestimmten Sachverhalten gewünscht, später auch Verträge erstellen lassen. Gerade bei Standardverträgen entlastet uns das enorm. Ich gehe davon aus, dass wir immer mehr mit dem Workspace arbeiten und auch eigene Agenten bauen, um spezielle Anwendungen zu erhalten.
Das heißt, dass es ein guter Schritt vom Thüga-Bereich Recht war, Sie mit ins Boot zu holen, um Libra zu testen?
Absolut! Mein Vorstand war Feuer und Flamme für das Thema, Datenschutz und Betriebsrat stehen ebenfalls hinter dem KI-Workspace, weil er datenschutzkonform ist und die Server in Deutschland stehen. Natürlich wurde bei der Beschaffung alles genauestens überprüft.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Workspaces gemacht?
Sie haben sich im vergangenen Jahr enorm weiterentwickelt. Anfangs waren die von der KI generierten Ergebnisse kaum zu gebrauchen. Heute kann ich mit einem ausgewachsenen System arbeiten, das absoluten Mehrwert bietet. Beck-Noxtua hat den großen Vorteil, weil es die umfassende Rechtsdatenbank beck.online mit einer souveränen, auf europäischer Infrastruktur gehosteten KI verbindet. Bei Libra überzeugen mich der unkomplizierte Onboarding-Prozess, der Workflow und der Bau eigener KI-Agenten.
Wo setzen Sie persönlich KI ein?
Für fast alle Routineprozesse: von der Recherche und dem Zusammenfassen von täglichen Newslettern, in denen die KI mir die relevanten Themen filtert und aufbereitet, bis hin zum Formulieren von offenen Rechtsfragen mit Verweis auf relevante Gesetze und Urteile. Für mich ist die KI ein Sparringspartner: Wenn ich ihr eine Frage stelle, überlege und formuliere ich meine eigene Antwort und vergleiche.
Welche Grenzen haben die KI-gestützten Workspaces Ihrer Meinung nach?
Ich arbeite seit 15 Jahren für die Mainova. KI versteht nicht, wie das Unternehmen tickt, was der Vorstand will, wie das Wording ist, welche Unternehmenskultur hinter den Entscheidungen und Verträgen steht und wie risikoaffin oder risikoarm die Mainova ist. Sprich: Der Kontext fehlt. Solange wir Menschen der KI diese Informationen nicht geben, sind ihr klare Grenzen gesetzt.

Weshalb haben Sie sich am Testen der KI-gestützten Workspaces beteiligt?
Ich habe die Thematik schon lange im Kopf, bin aber aufgrund der Arbeitsbelastung noch nicht dazu gekommen, mich näher damit zu beschäftigen. Obwohl Verordnungen, Regularien, Gesetze und Vorschriften in der Energiewirtschaft jährlich zunehmen, konnten wir bei TEAG nicht mehr Personal aufbauen. Wenn uns also KI dabei unterstützen kann, Effizienzen zu heben, dann wäre das eine große Erleichterung für unsere Rechtsabteilung.
In welchen Bereichen haben Sie KI eingesetzt?
Wir haben KI beim Entwerfen von Verträgen, beim Dokumentenvergleich und beim Zusammenfassen von Texten benutzt. Je genauer wir gepromptet haben, desto besser waren die Ergebnisse. Wir haben bei der TEAG Richtlinien, dass wir mit KI generierte Arbeitsergebnisse sowohl verifizieren als auch kennzeichnen müssen.
Was überzeugt Sie beim Einsatz von KI im Recht?
Mich überzeugt Libra, weil deren Antworten strukturiert und vollumfänglich verwendbar sind. Zusätzlich befindet sich unter jeder Antwort ein Link zu den Dokumenten, die die KI benutzt hat. Libra nimmt uns sehr viel Alltagsarbeit ab. Sie stellt einen enormen Effizienzgewinn dar. Aufgaben, für die bislang ein Kollege eineinhalb Tage gebraucht hat, sind nun in fünf Minuten erledigt. TEAG ist gegenüber KI aufgeschlossen – gleichzeitig bin ich sehr darauf bedacht, dass sich die KI nicht verselbstständigt.