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Investitionskriterien für Thüga

 

Investitionskriterien für Thüga

Thüga erachtet Stadtwerke als wichtige Säule in der deutschen Energiewirtschaft und als Garant für die nachhaltige Daseinsvorsorge vor Ort sowie in der Region. Durch die Aufnahme von weiteren Unternehmen soll die Thüga-Gruppe kontinuierlich vergrößert und damit das bestehende Angebot für die Partnerunternehmen gestärkt und ausgebaut werden.

Gemeinsames Ziel der Unternehmen der Thüga-Gruppe ist es, die Zukunft der kommunalen Energie- und Wasserversorgung zu gestalten.

Investitionskriterien im Überblick

Thüga investiert in:

  • Stadtwerke oder Regionalversorger in Deutschland, die in den Wertschöpfungsstufen Erzeugung, Vertrieb, Netze sowie energienahe Dienstleistungen tätig sind und i.d.R. die Sparten Energie, Nahwärme, Wasser und Telekommunikation bedienen
  • Kommunale Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Mio. EUR und/oder sich in regionaler Nähe zu bestehenden Partnerunternehmen befinden
  • Stadt, Gemeinde oder Zweckverband als kommunaler Mehrheitseigentümer
  • breite, lokale Kundenstruktur

Im Rahmen der Investitionsentscheidung werden folgende Einzelaspekte im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit insbesondere geprüft:

Einsatz von Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Verhalten

Betrachtung von Wirtschaftlichkeit und Ökonutzungsbilanzen in der Geschäftstätigkeit, Wiederverwendung eingesetzter Materialien und Recyclingmaterial. Dieser Punkt spielt im Bereich von Erdverlegearbeiten und weiteren Leitungsbaumaßnahmen eine wichtige Rolle. Berücksichtigung von Biotopen und empfindlichen Ökosystemen bei Leitungsverlegungen und anderen Baumaßnahmen. Ggf. Schaffung von Ausgleichsflächen, Rückzugsräumen und Schutzstreifen zum Erhalt der Artenvielfalt.

Schadstoffminimierung und CO2-Vermeidung

Auswahl von Technologien mit höchsten Wirkungsgraden beim Primärenergieeinsatz zur CO2-Vermeidung und Klimaschutz sowie Technologien mit der geringsten Schadstoffemission bei der Wärme- und Stromerzeugung. Investitionen in Kraftwärme-Kopplungssysteme (KWK) bieten sich aufgrund der lokalen Ausrichtung der Stadtwerke insbesondere an. Einsatz von energieeffizienten Produkten (z.B. LED-Technik in der Straßenbeleuchtung). Zudem sucht Thüga fortwährend z.B. über die Innovationsplattform nach Methoden und Techniken, die noch klimafreundlichere Alternativen bieten.

Abwasser- und Abfallbehandlung

Investitionen in modernste Abwasserbehandlung nach Stand der Technik, fachgerechter Gebrauch bzw. Vermeidung von gefährlichen Substanzen und umweltgerechte Entsorgung bzw. Recycling aller Abfälle sind weitere wichtige Punkte im Rahmen von Neuinvestitionen.

Folgende Einzelaspekte im Bereich sozial verantwortlichen Verhaltens werden bei jeder Investitionsprüfung abgefragt:

Einhaltung arbeitsrechtlicher Aspekte und Arbeitsbedingungen

Es wird bei den Abläufen im Unternehmen geprüft, ob die deutschen Mindeststandards in Bezug auf Arbeitszeit, Ruhezeit und Überstunden, angemessene Löhne bzw. Tarifvertragseinhaltung, Vollzeitanstellungen, Beschäftigungssicherheit, Arbeits- und Gesundheitsschutz und weiterer deutsche Richtlinien, Verordnungen und Gesetze eingehalten werden.

Compliance, Datenschutz und Beschwerdemanagement

Weiter wird stichpunktartig geprüft, ob die Grundsätze der Thüga-Compliance-Richtlinie analog angewandt werden, ob die deutschen Anforderungen an den Datenschutz eingehalten (DSVGO-Konformität) werden und das Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle Energie (bundesweites Beschwerdemanagement in der Energieversorgung) standardmäßig den Kunden angeboten wird.

Ein Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung international anerkannter Menschenrechte ist für uns selbstverständlich.

Keine Müllverbrennung, keine Exploration fossiler Energieträger

Unser Schwerpunkt im Rahmen von Beteiligungen liegt klar im Bereich Energieversorgung von Stadtwerken, nicht aber in Verkehrs- und Bäderbeteiligungen. Auch investieren wir nicht in Müllverbrennungsanlagen. Zu unserem Portfolio gehören keine Unternehmen, die im Bereich Erzeugung von Strom aus Kernenergie oder auch im Bereich der Förderung und Exploration von fossilen Energieträgern wie Öl oder Kohle tätig sind. Vielmehr investiert die Thüga-Gruppe jedes Jahr zwischen 50 bis 100 Mio. Euro im Bereich der nachhaltigen Stromerzeugung aus Wind und PV.

Thüga investiert in keine Unternehmen aus den Bereichen Glücksspiel, Genussmittel, Geldwäsche, Rüstung oder gefährlicher Pflanzenschutzmittel oder chlororganische Produkte mit hohem Treibhauspotenzial.

Selbstverständlich ist für uns, dass wir uns nicht an Unternehmen beteiligen, die Umweltgesetze missachten, Produktionsprozesse haben, die systematisch zur Kontamination oder Verschmutzungen führen oder internationale Mindeststandards unterlaufen.


Langfristige Weiterentwicklung

Da die von Thüga eingegangenen Investitionen in Beteiligungen auf Dauer angelegt sind, kommt neben der Prüfung von Nachhaltigkeitsaspekten im Erwerbsprozess auch der fortwährenden Weiterentwicklung der Beteiligungen gerade im Punkt Nachhaltigkeit eine besondere Bedeutung zu. Daher fordert Thüga Nachhaltigkeit bei seinen Beteiligungen ein und unterstützt aber auch die Partnerunternehmen mit vielen Angeboten und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit.

Umsetzung von Nachhaltigkeit bei Beteiligungen

Thüga fördert Nachhaltigkeit mit verschiedensten Ansätzen bei ihren Beteiligungsunternehmen.

Als Minderheitsgesellschafter nutzt Thüga ihre Möglichkeiten im Rahmen seiner gesellschaftsrechtlichen Stellung auf die Geschäftstätigkeiten der Beteiligungen in Richtung Nachhaltigkeit Einfluss zu nehmen. In der Regel wird das Ziel einer nachhaltigen Ausrichtung des Partnerunternehmens mit den Mitgesellschaftern (meist Städte oder Gemeinden) verabredet oder auch vertraglich vereinbart (Konsortialvertrag). Somit erhält eine nachhaltige Ausrichtung eine zentrale Rolle in der Gestaltung der Geschäftstätigkeit der Beteiligung.

Aufsichtsratsvorlagen der Gesellschaften werden von Thüga regelmäßig geprüft. Dabei spielt eine langfristige und nachhaltige Ausrichtung bei allen Vorhaben und Projekten der Beteiligungen eine entscheidende Rolle, auch für die Wirtschaftlichkeit. Eine umweltgerechte und sozialverträgliche Ausrichtung der Vorhaben sind dabei aus Sicht der Thüga von elementarer Bedeutung.

Im täglichen Geschäft werden Thüga-Mitarbeiter:innen und Key-Accounter im Beteiligungsmanagement geschult, mit neuen Ideen und Innovationen zur Nachhaltigkeit zu überzeugen und entsprechende nachhaltige Aspekte gegenüber kurzfristigen Betrachtungen und der Realisierung von Quickwins bei Projekten und Vorhaben Gewicht zu verleihen.

Bei den regelmäßig von Thüga organisierten Tagungen und Konferenzen steht die Information über neue Themen, der Austausch und die Diskussion zu den ESG-Kriterien im Vordergrund. Themen sind klimafreundliche Innovationen ebenso wie gesellschaftsrelevante Themen, die in der Verantwortung von Städten und Gemeinden liegen. Dabei sind sowohl Bürgermeister:innen, Aufsichtsräte wie auch Vorstände und Geschäftsführer:innen aber auch Führungskräfte der Beteiligungsunternehmen eingeladen, aktuelle Themen zur nachhaltigen Unternehmensausrichtung zu diskutieren.

Konkrete Nachhaltigkeitsangebote für Thüga-Beteiligungen

Thüga unterstützt ihre Beteiligungen durch konkrete Angebote und Maßnahmen; hierbei kommt dem Thema Nachhaltigkeit seit Jahren eine immer stärkere Bedeutung zu.

Bei zwei Beteiligungen sind beispielsweise Fonds zum Klimaschutz initiiert, in denen jährlich ein Teil des Gewinns der Gesellschaft eingelegt wird und damit Projekten vor Ort zugutekommt. Die Förderzuwendungen werden nach einem strengen Auswahlkriterienkatalog u.a. zur Nachhaltigkeit vergeben.

Thüga hat gemeinsam mit derzeit rund 50 Beteiligungen die Thüga Erneuerbare Energie (THEE) gegründet. Die THEE investiert die ihr zur Verfügung gestellten Finanzmittel deutschlandweit in Windparks und PV-Anlagen. So wurden in den letzten Jahren schon über 500 Millionen Euro in verschiedene Projekte zur Erzeugung von erneuerbarem Strom investiert.

Über die Innovationsplattform können Thüga-Beteiligungen an Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Bereich Klimaschutz und Energiewende teilnehmen. So z.B. bei dem Projekt Westküste 100, ein Großversuch im Rahmen eines Reallabors in Schleswig-Holstein, der den Weg in eine CO2-freie Zukunft auf Basis von Wasserstoffanwendungen weisen soll.

Weitere von Thüga initiierte Angebote zur Nachhaltigkeit für die Thüga-Beteiligungen sind auf der Thüga-Homepage, im Thüga-Nachhaltigkeitsbericht oder auch in dem vierteljährlich erscheinenden Thüga-Magazin „netzwerk“ zu finden.

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