Um neue Produktideen zu finden und zu fertigen Produkten für die kommunale Energiewirtschaft zu entwickeln, betreibt die Thüga einen Innovationsprozess. Dieser ist organisiert im „E-ccelerator“. Dr. Thorsten Gliniars, verantwortet den reibungslosen Betrieb des E-ccelerators. Drei Fragen an ihn:

Was ist der E-ccelerator?

Dr. Thorsten Gliniars: Der E-ccelerator ist eine Plattform, auf der Unternehmen aus der Thüga-Gruppe gemeinsam neue Ideen zu Produkten entwickeln. Wir, die Thüga Aktiengesellschaft, haben im Jahr 2018 den E-cclerator gemeinsam mit unsen Partnern WEMAG aus Schwerin, evm aus Koblenz und N-ERGIE aus Nürnberg, gegründet. Unsere Ziele: Neue Geschäftsmodelle schneller entwickeln und vorantreiben, neue Produkte im Thüga-Verbund besser skalieren und allen Partnern flexiblen Zugang zu Innovationen bieten. Damit uns das gelingt, sammeln wir Ideen für den E-ccelerator und bewerten diese dann in einem Gremium, das sich aus den beteiligten Unternehmen zusammensetzt. So können wir Produktideen schnell und unkompliziert fördern, vor allem mit Ressourcen. Aber: Die Ideen durchlaufen verschiedene Stadien und die „Besitzer“ der Produkte müssen ihren Fortschritt und Bedarf immer wieder dem Gremium präsentieren, also pitchen.

Welche Ideen werden gefördert?

Dr. Christoph Gebele (Geospin) mit Übergabescheck bei Thüga-Treffen 2019

Das Thüga Treffen 2019: Dr. Christoph Gebele (Geospin) mit Übergabescheck nach seinem Pitchgewinn. Der Kundenfinder stellt Vertriebsgebiete nach Erfolgswahrscheinlichkeit in einer interaktiven Karte dar, die der Vertrieb eines Stadtwerks oder Regionalversorgers jederzeit aufrufen und aktualisieren kann.

Gliniars: Wir suchen neue Geschäftsideen, also keine Kosteneinsparideen, sondern konkrete Produkte, die zur Energiewirtschaft passen. Angefangen haben wir mit Ideen rund um den Bereich Mobilität, aber mittlerweile beschäftigt sich der E-ccelerator mit allen energiewirtschaftsnahen Dingen. Die Ideen sollten nicht zu kleinteilig sein, aber müssen ganz sicher auch nicht riesig groß sein. Wir brauchen nicht die universelle Lösung für alle Probleme. Entscheidend ist , dass wir gemeinsam ein Geschäftsmodell entwickeln, das attraktiv für die Thüga-Gruppe und skalierbar ist. Dabei gilt für uns der Grundsatz der Thüga: Wir schaffen Mehrwert durch Zusammenarbeit und möchten im Verbund Ideen kurz- bis mittelfristig umsetzen. Ganz wichtig: Jeder, wirklich jeder kann seine Ideen einbringen. Wir beschränken das nicht auf Unternehmen der Thüga-Gruppe. Wenn eine Idee aus dem Partnerunternehmen kommt, kann der E-ccelerator den Innovationsprozess bei unseren Partnern ergänzen. Natürlich freuen wir uns auch über Einreichungen aus Start-ups außerhalb der Thüga-Gruppe.

Wie läuft der Prozess ab?

Gliniars: Eine Idee ist schnell eingereicht. Notwendig sind nur drei Dinge: Erstens braucht es einen Product Owner. Der oder die Product Ownerin verantwortet Idee und Produktentwicklung und tritt vor unser Entscheidungsgremium. Zweitens gilt es Einreichungsfristen zu beachten. Natürlich kann auch nach Fristablauf eine Idee eingereicht werden – die betrachten wir dann in der nächsten Runde. Wir unterstützen übrigens nach der Einreichung bei der Erstellung der Pitchunterlagen. Und drittens muss die Idee dann vor dem Pitchgremium verteidigt werden. Gepitcht werden kann um Budget für die Produktentwicklung. Personelle Unterstützung gewähren wir gegebenenfalls auch, zum Beispiel bei Abstimmungen und Überprüfungen. Und natürlich ist Coaching Teil des Pitchprozesses, damit der Vortrag sitzt, perfekt ist und das Pitchgremium überzeugt. Eine Idee mit einer groben Kurzbeschreibung, wir nennen das Steckbrief, kann eingereicht werden an thorsten.gliniars@thuega.de.