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An Netzmanagementsystemen führt kein Weg vorbei: Verteilnetz- und Messstellenbetreiber müssen Netzstabilität sichern und neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. Für Thüga-Partnerunternehmen stehen verschiedene Lösungen bereit.
Ein modernes Netzmanagementsystem (NMS) ist ein echtes Multitalent. Diese Software ermittelt den Netzzustand in der Niederspannung. Bei Überlastungen oder Grenzwertverletzungen gibt es Steueranweisungen an die Messstellenbetreiber weiter. Diese reduzieren über Smart Meter den Leistungsbezug steuerbarer Verbrauchseinrichtungen in den betroffenen Netzbereichen. Die Echtzeitmesswerte erhält das NMS aus digitalen Ortsnetzstationen (digiONS) mit fernwirktechnischer Kommunikationsanbindung und intelligenten Messsystemen (iMSys) der Anschlussnutzer. Voraussetzung für die Netzzustandsermittlung ist ein digitales Netzmodell („Digitaler Zwilling“), dazu braucht es eine sehr gute Datengrundlage.
Verteilnetzbetreiber (VNB) benötigen Zeit, Know-how und ein abteilungsübergreifendes Projektteam, um das Netzmanagement vollständig zu etablieren. Dazu können sie entweder auf einzelne Thüga-Lösungen zurückgreifen oder bald auch auf NeMA: Die NetzManagement-Analyse ist ein integriertes Leistungsangebot, das technische, regulatorische und organisatorische Anforderungen erfüllt. „Das neue NeMA-Lösungsangebot minimiert den Aufwand für VNB deutlich“, so Projektleiterin Julia Holl von der Thüga-Netzstrategie (NE-S). Neben dem netzdienlichen Steuern sind auch die automatisierte Prüfung von Netzanschlussanfragen oder die Planung von Niederspannungsnetzen Bestandteil des umfassenden Netzmanagements.
Für viele Aufgabenfelder rund um das Netzmanagement gibt es bereits Thüga-Lösungen – etwa Rahmenverträge für digiONS, Fernwirktechnik oder Steuerboxen für intelligente Messsysteme. Mit der Auswahl geeigneter Softwarelösungen für das NMS beschäftigt sich die Thüga-Netzstrategie gemeinsam mit Netzbetreibern der Thüga-Gruppe. Ziel ist der Abschluss von Rahmenverträgen mit den relevantesten Software-Anbietern. Die Ausschreibung ist im Juni gestartet. „Bis Anfang 2027 haben wir alles unter Dach und Fach“, so Mateo Lippich Golobart (NE-S). Bei der Auswahl entscheidend: die komplette Abbildung des Steuerungsprozesses nach § 14a EnWG. „Weiterentwicklungen von gesetzlichen Vorgaben für das Niederspannungsnetz wie Steuerbarkeitschecks für Einspeiser werden ebenso mitgedacht“, erklärt Lippich Golobart.

Wer anstatt Einzellösungen lieber ein Gesamtpaket etablieren möchte, kann bald auf NeMA zählen: Ein integriertes Lösungsangebot aus aufeinander abgestimmten Softwaresystemen und Dienstleistungen. ThügaNETZE (THEN) und Thüga SmartService (TSG) haben es auf die Belange der VNB und MSB zugeschnitten und gemeinsam mit Thüga als Full-Service-Angebot konzipiert. „Gemeinsam mit einem Kunden möchten wir NeMA bis Ende 2026 pilotieren“, sagt Holl. „Anfang 2027 wird es der Thüga-Gruppe zur Verfügung stehen sowie externen VNB bei geeigneten systemischen Voraussetzungen.“ Im Lösungsangebot enthalten ist das Netzmanagementsystem Venios.NET über das Mandantensystem der THEN, standardmäßig angebunden an CLS-Produkte der TSG. Außerdem im Paket: Workshops rund um die Umsetzung des § 14a EnWG und die notwendige Prozessdigitalisierung. Eine gezielte Beratung zur Datenbereinigung und -optimierung für das digitale Netzmodell gehört ebenfalls dazu.
„Der Vorteil von NeMA ist, dass alle involvierten Entwicklungspartner aus dem Thüga-Kosmos stammen und über eine Top-Expertise verfügen“, sagt Julia Holl. „THEN ist als VNB und TSG als Lösungsanbieter für MSB selbst in der Umsetzungspflicht. Venios hat bereits bei THEN und weiteren VNB Know-how aufgebaut und sich im Markt etabliert. Zusammen mit dem regulatorischen und rechtlichen Überblick der Thüga ergibt sich eine stimmige Gesamtlösung.“ Zielgruppe sind vor allem kleinere und mittlere Verteilnetzbetreiber, die vor einer Mammutaufgabe stehen. NeMA ermöglicht es ihnen, die gesamte, gesetzlich vorgeschriebene Prozesskette fristgerecht umzusetzen.
➜ vom ereignisorientierten, kurativen zum präventiven Netzbetrieb: mit dem digitalen Netzmodell