Regioladen+ betreibt Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und setzt dabei konsequent auf Künstliche Intelligenz. In den kommenden Jahren will das Unternehmen seine Ladepunkte massiv ausbauen und den Gesellschafterkreis über die bislang 18 Mitglieder hinaus erweitern. Die Vision: eine KI-native Organisation, in der intelligente Agenten einen Großteil der administrativen und operativen Prozesse übernehmen.  

Warum Regioladen+ auf KI setzt 

Seit Anfang 2026 arbeitet Regioladen+ intensiv daran, interne Abläufe mithilfe von KI zu automatisieren. Hintergrund ist nicht der Wunsch nach Kosteneinsparungen, sondern vielmehr die Notwendigkeit, Wachstum zu ermöglichen. „Wir planen, weitere Gesellschafter zu gewinnen und die Ladeinfrastruktur massiv auszubauen“, erklärt Dr. Miriam Stoff, eine der beiden GeschäftsführerInnen von Regioladen+. „Mit unserem kleinen Team sind die damit verbundenen Onboarding-, Betriebs- und Verwaltungsprozesse langfristig nicht mehr zu bewältigen.“ KI soll deshalb helfen, die Organisation skalierbar zu machen. Dabei profitiert Regioladen+ von seiner besonderen Ausgangslage: Als junges Unternehmen muss es keine gewachsenen Strukturen umbauen. Regioladen+ entwickelt die KI-Agenten gemeinsam mit dem Münchner Start-up Interloom. „Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, Prozesse schrittweise zu automatisieren und gleichzeitig eigenes Know-how aufzubauen“, sagt Stoff.  

Automatische Prüfung von Wartungsprotokollen

Ein produktiver Anwendungsfall ist die automatische Prüfung von Wartungsprotokollen. „Die KI analysiert Dokumente von unseren Stadtwerken, prüft sie anhand definierter Regeln und legt die relevanten Informationen in der Datenbank ab“, sagt Stoff. Das Besondere: Das System verarbeitet nicht nur standardisierte Formulare, sondern auch handschriftliche Dokumente und die unterschiedlichen Vorlagen der Dienstleister. „Diese Flexibilität wäre mit klassischer Automatisierung kaum zu erreichen.“, erläutert Stoff. Der KI-Agent kann zudem bewerten, ob vorgeschriebene Messwerte eingehalten wurden, ob Dokumente vollständig und unterschrieben sind und ob Auffälligkeiten vorliegen. „Bei Unstimmigkeiten werden wir vom KI-Agenten darüber informiert und checken das Dokument“, erklärt die Geschäftsführerin. Die automatische Prüfung von Wartungsprotokollen durch KI ist bereits so weit entwickelt, dass sie grundsätzlich als Dienstleistung nach außen angeboten werden könnte. „Das System arbeitet unabhängig vom Eingangskanal und kann Informationen beispielsweise per E-Mail, Upload oder Schnittstelle verarbeiten.“, erklärt Stoff.  

KI im Projekt-Controlling und in der Buchhaltung

Parallel dazu entwickelt Regioladen+ KI-Anwendungen für das Projekt-Controlling. Ziel ist es, komplexe Liefer-, Bestell- und Rechnungsprozesse automatisch zusammenzuführen, denn beim Aufbau für Ladeinfrastruktur entstehen zahlreiche Dokumente. „Bislang müssen wir diese Informationen manuell abgleichen“, sagt Stoff. „Künftig soll die KI dieses Controlling übernehmen. Also die Dokumente auslesen, zusammengehörige Informationen verknüpfen, Übersichten über Liefer- und Rechnungsstände erstellen und Mitarbeitenden konkrete Aufgaben zuweisen,. wie etwa freigegebene Rechnungen zur Zahlung vorzubereiten.“ Noch befindet sich dieser Prozess in der Entwicklung. 

Automatische Migration von Ladeinfrastruktur

Über die Einzelanwendungen hinaus verfolgt Regioladen+ eine umfassendere KI-Strategie. „Im Juli haben wir erstmals eine fast vollständig automatisierte Migration von Ladeinfrastruktur umgesetzt. Dabei mussten wir Daten, Verträge und technische Informationen eines neuen Gesellschafters in die Systeme von Regioladen+ überführen. Die KI hat dabei mindestens bei zehn Teilprozessen unterstützt, die bislang manuell abgewickelt wurden.“, so Stoff. Bis Ende des Jahres soll ein weiterer großer Schritt folgen: die weitgehende Automatisierung der Prozesse rund um Planung und Aufbau neuer Ladeinfrastruktur. Das betrifft kaufmännische Abläufe ebenso wie technische Vorgänge. „Unser Ziel ist es, diese Prozesse bereits im nächsten Geschäftsjahr deutlich effizienter abzuwickeln“, sagt Stoff.

Betriebswirtschaftlicher Nutzen durch KI 

Regioladen+ denkt KI nicht als Experiment, sondern als festen Bestandteil in der Betriebsführung. Mit jedem neuen Gesellschafter, jedem zusätzlichen Ladepunkt und jedem weiteren Prozess wächst die Menge an Daten, Dokumenten und operativen Aufgaben. Die Antwort darauf kann nicht sein, Strukturen und Personal im gleichen Maße mitwachsen zu lassen. Stattdessen setzt Regioladen+ konsequent auf Automatisierung und KI – und bietet so für alle Gesellschafter eine effiziente Lösung mit niedrigen Prozesskosten. 

Das Ziel ist klar: mehr Ladeinfrastruktur, mehr Partner und mehr Geschäft – ohne dass die Organisation im gleichen Verhältnis mitwachsen muss.