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Die Energiewirtschaft steht vor tief greifenden Veränderungen – und der Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften wächst. Die Thüga und ihre Partnerunternehmen setzen auf vielfältige Strategien, um Talente zu gewinnen und gezielt auf künftige Verantwortung vorzubereiten.
War die Bewerber-Situation für die Personalerinnen und Personaler der Thüga lange angespannt, erlebt sie seit Mitte 2025 eine Trendwende: „Wir bekommen deutlich mehr Bewerbungen als die vergangenen Jahre“, sagt Pascal Aschoff, Leiter Personal bei Thüga. „Ähnliches spiegeln uns viele unserer Partnerunternehmen. Die Menschen nehmen den Veränderungswillen in unserer Branche wahr und wollen diese Transformation aktiv begleiten.“ Viele Bewerberinnen und Bewerber melden sich proaktiv bei Thüga oder schicken Initiativbewerbungen. „Im Gegensatz zu der kriselnden Automobil- und Chemiebranche, wird die Energiebranche als zukunftssicher und gestaltend wahrgenommen“, so Aschoff.
Aschoff freut sich über viele qualifizierte Bewerbungen. Gleichzeitig setzt er auf eine insgesamt stabile wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und darauf, dass die Energiebranche dauerhaft als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. „Wer bei Thüga und den Partnerunternehmen arbeitet, möchte etwas im Land bewegen. Das ist eine tolle Motivation.“ Viele entschieden sich für die Energiebranche, um zu bleiben. Das führe weiterhin zu niedrigeren Fluktuationsquoten. Ein wichtiger Aspekt hat sich bei der Personalplanung nicht geändert: Aschoff: „Die Generation der Babyboomer geht in Rente. Daher müssen wir uns nach wie vor strecken, um diese Menschen adäquat zu ersetzen.“
Viele Partnerunternehmen der Thüga haben sich einiges einfallen lassen, um ihr Personal nachhaltig zu planen. Das Stadtwerk Tauberfranken hat Kooperationsverträge mit Schulen geschlossen und lädt Schülerinnen und Schüler ein: „So konnten wir die Azubi-Stellen besetzen, bevor sie ausgeschrieben waren“, sagt Geschäftsführer Paul Gehrig. Auch die Duale Hochschule Bad Mergentheim ist ein wichtiger Partner in der Personalplanung des Stadtwerks. Durch die Zusammenarbeit können engagierte Auszubildende nahtlos den Weg in ein Duales Studium fortsetzen und ihre berufliche Entwicklung im Unternehmen weiterführen. Gehrig sitzt im Beirat und engagiert sich für die Attraktivität des Standorts. Ein ähnliches Engagement zeigt Frank Heidemann, Geschäftsführer der SWE-Netz, eines Unternehmens der Stadtwerke-Erfurt-Gruppe. Im September haben 13 Studierende ihr betriebswirtschaftliches Studium in der Studienrichtung Dienstleistungsmanagement mit dem neuen Wahlpflichtschwerpunkt Energiewirtschaft bei der Dualen Hochschule Gera/Eisenach begonnen. „Dafür haben wir gekämpft. Es ist quasi ein erweiterter Studiengang Dienstleistungsmanagement mit den Inhalten Dienstleistungs-, Digitalisierungs- und Projektmanagement sowie neu Energiewirtschaft entstanden“, sagt Heidemann. „Dies ist das Qualifizierungsprofil, was Stadtwerke und Energieversorger dringend brauchen.“
Einen komplett neuen Weg in der Thüga-Gruppe hat die Unternehmensgruppe Energieversorgung Mittelrhein (evm) eingeschlagen: Um langfristig ihr Fachkräfte-Reservoir zu sichern, hat sie zwei Auszubildende aus Indien und einen Mitarbeiter aus Marokko eingestellt. „Der Auftrag, internationale Fachkräfte zu gewinnen, kam direkt vom Vorstand“, erklärt Christine Badstübner, Fachbereichsleiterin Personalentwicklung der evm-Gruppe. „Dafür haben wir uns zwei Dienstleister an Bord geholt, die über entsprechende Expertise verfügen.“
Darüber hinaus engagieren sich Thüga und Partnerunternehmen verstärkt auf Messen wie der herCareer. Sie wendet sich vor allem an Frauen. 2025 haben sich zum ersten Mal Thüga, Energie Südbayern, energie schwaben und N-ERGIE an einem Stand präsentiert. Das Ziel: spannende Kontakte knüpfen und potenzielle Mitarbeiterinnen für sich begeistern. „Wir wollen auf das vielseitige Jobangebot in der Energiewirtschaft, insbesondere in der Thüga-Gruppe, aufmerksam machen“, sagt Isabel Sesemann aus der Thüga-Abteilung Personalentwicklung & Recruiting.
Das CEO-Mentoring-Programm spricht dagegen gezielt Führungskräfte an. Denn durch den Weggang der Babyboomer prognostiziert die kommunale Energiewirtschaft einen Mangel an qualifizierten Führungskräften, um dringende Herausforderungen der Energiewende umzusetzen. Hier setzt das neue Format an: ein Cross-Mentoring-Programm, das Arbeiten in der Energiewirtschaft attraktiver machen will. Das Besondere: 30 CEOs der kommunalen Stadtwerkeszene nehmen 40 ausgewählte Mentees unter ihre Fittiche und bereiten sie auf mögliche Spitzenpositionen vor. Mentorinnen und Mentoren sind unter anderen Thüga-Vorständin Anne Rethmann sowie Führungskräfte von WEMAG, Mainova, enercity und eins energie in sachsen.

Den gesamten Thüga-Jahresbericht 2025 sowie die Finanzberichte zum Downloaden finden Sie hier.