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Im Team viel mehr zu erreichen, als die einzelnen Spieler es allein könnten – dafür steht die Thüga. Mit fünf Angeboten macht sie Stadtwerke fit für die Zukunft.
Der Veränderungsdruck, der auf den regionalen Energieversorgern lastet, ist enorm. Die Lösungen, die die Thüga zusammen mit den Partnerunternehmen erarbeitet und der Gruppe insgesamt zur Verfügung stellt, bieten Antworten auf viele Facetten dieser Herausforderungen. Eins haben sie alle gemeinsam: Sie stärken die regionalen Energieversorger, damit sie sich im wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten können.
Batterie-Energiespeichersysteme (BESS)
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Großbatteriespeicher sind aktuell sehr attraktiv. Entsprechend ist die installierte Leistung in den letzten Jahren stark angewachsen. Anschlussanfragen für mehr als 500 GW an Speicherleistung liegen bei den Netzbetreibern. Das verdeutlicht die zunehmende Relevanz von Großbatteriespeichern. Noch gilt die Regelung, dass Speicher, die vor August 2029 in Betrieb gehen, von der Zahlung von Netznutzungsentgelten befreit sind. Dies ist
in Diskussion und wird im Rahmen des AgNes-Prozesses von der Bundesnetzagentur überarbeitet. Dennoch bietet die Vermarktung von Flexibilität derzeit sehr gute Erlöschancen, auch wenn der Zubau an Speichern die Erlöse perspektivisch abschwächen wird. Das ist einer der Gründe, warum Alexander Hellmann, Leiter der Thüga-Abteilung Erzeugung, dafür wirbt, „Projekte jetzt zügig umzusetzen“.
Die Thüga und ihre Lösungsgesellschaften unterstützen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei der Planung bis zur Realisierung von Speicherprojekten: von Wirtschaftlichkeitsanalysen über diverse Beratungsleistungen bis zur Unterstützung bei der Projektentwicklung durch eine Kooperation mit der Thüga Erneuerbare Energien (THEE), um weitere Effizienzen zu heben. Zusätzlich kann die Thüga-Lösungsgesellschaft Syneco die Vermarktung von Batteriespeichern übernehmen. Vorteil: Durch eine optimierte Vermarktung auf den Spot- und Regelenergiemärkten können Gewinne maximiert werden. Gleichzeitig bleibt die Wertschöpfung in der Thüga-Gruppe.
Heim-Energiemanagement-System
Heim-Energiemanagement-Systeme (HEMS) verbinden Stromerzeugungsanlagen wie PV mit Batteriespeichern und Verbrauchern im Haus. Die dazugehörige App ermöglicht individuelles Strommanagement, um zum Beispiel durch automatisierte Eigenstromoptimierung Kosten zu sparen. Die HEMS-Potenziale lassen sich in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif voll ausschöpfen. Das sorgt dafür, dass E-Auto oder Wärmepumpe Strom verbrauchen, wenn die Preise niedrig sind.
Für Energieversorger sind HEMS auf dem Weg vom Energielieferanten zum Anbieter ganzheitlicher Energiedienstleistungen ein „Gamechanger“. Katharina Baumbusch vom Thüga-Bereich Innovation: „Mit Paketen aus HEMS und Energiedienstleistungen können sich Stadtwerke im wettbewerbsintensiven Markt wirksam differenzieren und der Kundschaft tolle Lösungen anbieten.“ Seit Januar 2025 sind HEMS-Software und -App über einen Thüga-Vertragspartner für Partnerunternehmen verfügbar. EWR, Stadtwerke Radolfzell oder WEMAG setzen beides ein, die WEMAG mit ihrem „Kilowatt.Käpt’n“ in einer extra für sie gebrandeten Version.
PACE – Partnership for Customer Excellence
Gemeinsam sind die Partnerunternehmen der Thüga-Gruppe der drittgrößte Energieversorger in Deutschland. Sie versorgen über acht Millionen Strom- und Gaskundinnen und -kunden. Das eröffnet erhebliche Potenziale – insbesondere im Vertrieb, wo steigende Komplexität, Regulierung und Wettbewerbsdruck neue Antworten erfordern. Wie kann er effizienter aufgestellt werden, ohne lokale Stärke und Nähe zur Kundschaft zu verlieren? Wie lassen sich Angebote konsistenter, verständlicher und schneller umsetzen? Die Vertriebsplattform PACE (Partnership for Customer Excellence) setzt hier an. „PACE soll alle Aufgaben in der Wertschöpfungsstufe Vertrieb abbilden und mit der Thüga-Abrechnungsplattform TAP verzahnt sein“, erklärt Thomas Haupt, Leiter Thüga-Bereich Markt. „Wir wollen hervorragende Kunden-erlebnisse schaffen – mit maximaler Effizienz“, ergänzt Hans-Martin Hellebrand, Vorstandsvorsitzender der badenova und einer der Projektpartner und Initiatoren.
Für Partnerunternehmen wird PACE weniger operative Komplexität bei gleichzeitig größerer Umsetzungskraft bedeuten. Vertriebsrelevante Leistungen können modular über eine zentrale Plattform genutzt werden – von Energiebeschaffung bis Abrechnung und Kundenservice. Stadtwerke entscheiden, mit welchen Modulen sie starten. 2025 hat die Thüga mit sieben Partnerunternehmen erste Zielbilder und Anwendungsfälle für PACE erarbeitet. 2026 folgt die Konkretisierung von Prozessen, Systemen und Schnittstellen. Die Kernidee beruht auf zwei Elementen: einer durchgängigen technischen Basis aller Systeme („One Tech“) und darauf aufbauend klar definierten Vertriebsservices, die auf dieser Plattform flexibel genutzt werden können. Dr. Arne Geiger, Leiter Thüga-Abteilung Vertrieb und Marketing: „Mit PACE gehen wir nach der Abrechnungsplattform TAP den nächsten logischen Schritt im Vertrieb.“ TAP geht 2026 live und steht für die Möglichkeit, Prozesse von der Verbrauchsmessung bis zur Abrechnung schnell und einfach zu digitalisieren. PACE überträgt diesen Ansatz auf den Vertrieb. „Lokale Marke und persönlicher Kundenkontakt werden gestärkt. Was im Hintergrund standardisiert, skaliert und effizient umgesetzt werden kann, wird gemeinsam organisiert.“
Thüga-Beschaffungsnetzwerk
Durch das gebündelte Ausschreibungsvolumen schafft das Thüga-Beschaffungsnetzwerk spürbare wirtschaftliche Vorteile. Die zentrale technische Standardisierung, praxiserprobte Ausschreibungsvorlagen sowie die gezielte Unterstützung bei der Lieferantenauswahl sorgen für eine deutliche Vereinfachung der Prozesse. So ermöglicht die Thüga den Partnerunternehmen einen effizienten und qualitätsgesicherten Einkauf und steigert damit nachhaltig die operative Leistungsfähigkeit. Das Beschaffungsnetzwerk basiert auf drei Säulen: Die erste Säule ist der gemeinsame Einkauf von Netzmaterial, indirektem Material und Dienstleistungen. Mit einem jährlichen Ausschreibungsvolumen von rund einer Milliarde Euro erzielt das Netzwerk für seine Partnerunternehmen regelmäßig Einkaufsvorteile im dreistelligen Millionenbereich. Die Bündelung der Einkaufsvolumina stärkt nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der teilnehmenden Unternehmen.
Die zweite Säule umfasst die vielfältigen Informations- und Austauschformate. Aus zunächst wenigen Veranstaltungen hat sich ein umfassendes, stetig wachsendes Wissens- und Netzwerkangebot entwickelt, das heute in zahlreichen Formaten Orientierung, fachlichen Austausch und wertvolle Impulse für die tägliche Praxis bietet. Die dritte Säule ist die individuelle Beratung und Projektunterstützung vor Ort. Sie ermöglicht es, komplexe Beschaffungs- und Projektanforderungen der Partnerunternehmen gezielt und effizient zu begleiten. Allein im Bereich Tiefbau- und Montagedienstleistungen betreut die Thüga individuell 70 Partnerunternehmen. Der Neubau des Schalthauses der Halberstadtwerke ist nur ein Beispiel von vielen: Hier verantwortete die Thüga sowohl die technische Beratung als auch die EU-weite Ausschreibung und Vergabe – und bewies damit einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit unter hohem Zeitdruck.
Stromnetz im Wandel
„In der Thüga-Gruppe haben wir 2025 erstmals über eine Milliarde Euro in die Stromnetze investiert“, sagt Dr. Stephan Nagl, Leiter Bereich Netze. Das ist gegenüber 2021 mehr als eine Verdoppelung. Mit 185.000 Kilometern tragen Unternehmen der Thüga-Gruppe Verantwortung für mehr als zehn Prozent des deutschen Stromnetzes. Seit 2021 gingen mehr als 13.000 Ladepunkte für E-Autos an ihre Netze, 2024 konnten mehr als 100.000 Wind- und PV-Anlagen angeschlossen werden. Die Thüga unterstützt den Ausbau der Stromnetze mit Lösungen wie gemeinsamer Beschaffung des Netzmaterials sowie Interessenvertretung mit Blick auf die Netzregulierung.
Zwei Beispiele: Eine digitale Ortsnetzstation besteht aus Stationskörper, Mittelspannungsschaltanlage, Verteiltransformator und Niederspannungsverteilung inklusive Messtechnik und Fernwirkschrank. Die vor allem von der Abteilung Netze-Technik der Thüga erstellte Musterkonfiguration hilft bei der Zusammenstellung der Komponenten, die über Rahmenverträge abgerufen werden können. Das spart Zeit und reduziert die Investitionskosten. Auch belastbare Vorhersagen zu den zukünftig benötigten Anschlussleistungen ermöglichen einen zielgerichteten Netzausbau.
Das Prognosetool für Niederspannungsnetze liefert diese belastbaren Vorhersagen. Die verarbeiteten Daten reichen von Angaben aus Geoinformationssystemen bis zu sozioökonomischen Daten der Haushalte auf einzelnen Liegenschaften. „Auf dieser Basis ermittelt die Software, wo und wann Trafostationen oder Hausanschlüsse an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Entsprechend gezielt können Ausbaukapazitäten geplant und beauftragt werden“, erklärt Axel Stiefermann aus der Thüga-Abteilung Netzstrategie. Für die Nutzung des Tools bietet das offene Rahmenabkommen der Thüga unterschiedliche Möglichkeiten. „Über die einfache Systemlizenz hinaus können die Partnerunternehmen diverse Servicepakete beziehen – von der Einstiegshilfe bis hin zum Rundum-sorglos-Paket“, sagt Stiefermann.
“Thüga steht nicht für Revolution, sondern Evolution. Wir entwickeln unser Lösungsportfolio konsequent weiter, um alle Anforderungen des Energiemarkts zu integrieren. Thüga steht seit Jahrzehnten für kompetente Beratung, die wir nun noch enger mit Lösungen verzahnen. So entstehen gruppenweite Plattformen, von deren Stärke alle profitieren.”

Den gesamten Thüga-Jahresbericht 2025 sowie die Finanzberichte zum Downloaden finden Sie hier.