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Der Arbeitsmarkt ist im Wandel: Fachkräfte werden rar, Erwartungen steigen, und die Energiewirtschaft steht mitten in einer beispiellosen Transformation. Was bedeutet das für Unternehmen – und wie kann es gelingen, die richtigen Mitarbeitenden zu gewinnen und langfristig zu binden?
Der Fachkräftemangel trifft die Energiebranche inzwischen mit voller Wucht. Laut einer aktuellen BDEW-Umfrage sehen über 80 Prozent der Energieunternehmen die Sicherung von qualifiziertem Personal als eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Besonders gefragt sind technische Fachkräfte, IT-Expertinnen und -Experten sowie kaufmännische Talente, die die Transformation der Branche mitgestalten wollen. Auch Studien von Horváth und dem Institut für Arbeitsforschung belegen: Der Wettbewerb um Nachwuchs wird härter, der Anteil unbesetzter Stellen steigt, und viele Unternehmen müssen neue Wege im Recruiting gehen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen junger Menschen an ihren Arbeitsplatz – Sinn, Entwicklungsmöglichkeiten und Flexibilität zählen heute oft mehr als Titel und Hierarchie. Wie gelingt es also, in einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt die richtigen Menschen zu finden und zu halten? Welche Wege funktionieren wirklich, um junge Talente für die Energiewirtschaft zu begeistern? Über diese Fragen haben wir mit Heike Fink, Leiterin Personalentwicklung bei der Thüga, gesprochen. Im Interview berichtet sie, wie die Thüga ihre Ausbildungs- und Traineeprogramme gestaltet, welche Rolle Kooperationen innerhalb der Thüga-Gruppe spielen und warum Austausch und Vernetzung mehr denn je der Schlüssel zur Fachkräftesuche und -sicherung sind.
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Interview mit Heike Fink, Leiterin Personalentwicklung bei der Thüga

Frau Fink, bleiben bei Ihnen Ausbildungsplätze unbesetzt?
Nein. Wir bieten drei Ausbildungsplätze an: für Kaufleute für Büromanagement oder Industriekaufleute mit dualem Studium. Uns ist wichtig, dass sie engagiert und eigenständig sind und Lust haben, direkt mitzuarbeiten. Letztes Jahr haben uns nur zwei Azubis überzeugt, deshalb haben wir den freien Platz für einen zusätzlichen Trainee genutzt. Diese Flexibilität hilft uns sehr.
Was reizt die Auszubildenden besonders an der Thüga?
Ganz klar: Sie dürfen über den Tellerrand schauen. Unsere Azubis können Einsätze im Gesamtunternehmen der Thüga absolvieren – etwa bei der Syneco oder TSG in München. Über die Plus Days können sie auch Unternehmen der Thüga-Gruppe kennenlernen.
Gibt es solche Austauschmöglichkeiten auch für Mitarbeitende?
Ja, das fördern wir aktiv. Es gibt Hospitationen oder temporäre Einsätze in anderen Gesellschaften. Wir wollen dies in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. Denkbar sind auch Vertretungen, etwa während einer Elternzeit, durch Kolleginnen oder Kollegen aus dem Gesamtunternehmen.
Wie ist die Rückmeldung der Mitarbeitenden auf die Möglichkeit?
Durchaus positiv, wobei man eine gewisse Flexibilität braucht, an einem ganz anderen Ort zu arbeiten – nicht nur in München oder Bayern. Manche Lebenssituationen lassen dies nicht zu. Wenn die Bereitschaft da ist, unterstützen wir das sehr gerne.
Im Zuge des Zukunftsprogramms Horizonte+2030 sollen die Gesellschaften der Thüga näher zusammenrücken. Spiegelt sich das auch im Stellenmarkt wider?
Ja, absolut. Im Extranet waren die Stellen der Thüga-Gruppe schon immer sichtbar. Neu ist jetzt eine übergreifende Karriereseite, die die offenen Positionen des Gesamtunternehmens und der Thüga-Gruppe gebündelt darstellt. Damit zeigen wir Perspektiven auf und ermutigen zu einem internen Wechsel.
Sie haben auch ein Führungsnachwuchskräfteprogramm – wie groß ist das Interesse daran?
Nach wie vor sehr hoch. Sowohl innerhalb der Thüga als auch aus den Partnerunternehmen bewerben sich regelmäßig Interessierte. Neben der inhaltlichen Ausbildung entsteht ein Netzwerk, das auch über das Programm hinaus bestehen bleibt und geschätzt wird. Ein Netzwerktreffen alle zwei Jahre unterstützt, dass Absolventinnen sich weiter austauschen.
Und wie unterstützen Sie Mitarbeitende, die sich weiterentwickeln möchten?
Im jährlichen Mitarbeitendengespräch tauschen sich Führungskräfte und Mitarbeitende über Entwicklungsmöglichkeiten aus. Fester Bestandteil: die Frage, ob ein Einsatz in einem Partnerunternehmen – temporär oder dauerhaft – interessant wäre. Uns ist wichtig, unsere hoch qualifizierten Kolleginnen und Kollegen in der Thüga-Gruppe zu halten.
Sie haben auch viele Studierende und Werkstudierende im Haus. Welche Rolle spielt das?
Eine große. Wir bieten regelmäßig Praktika, Werkstudententätigkeiten sowie Bachelor- und Masterarbeiten an. Ein Gewinn für beide Seiten: Die Studierenden bekommen Praxiserfahrung, wir lernen potenzielle neue Mitarbeitende kennen. Viele ehemalige Werkstudierende sind inzwischen fest bei uns – mich selbst eingeschlossen.
Wie kommen Sie an Fachkräfte – reicht es, vakante Stellen auszuschreiben?
Das reicht längst nicht mehr aus. Wir machen Active Sourcing auf den gängigen Job-Plattformen und Social-Media-Kanälen, wie LinkedIn und Xing. Wir und die Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerunternehmen kontaktieren Interessierte dort direkt. Das kommt sehr gut an. Auch Bewertungen auf Plattformen wie kununu helfen uns. Die Thüga erhält dort vor allem, was den Bewerbungsprozess und Thüga als Arbeitgeberin betrifft, super Noten. Insgesamt liegen wir mit 4,6 von 5 Punkten klar über dem Branchenschnitt von 3,7 Punkten.