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Wie vom Gasgeschäft wegkommen und alternative Erlösquellen finden? EWR in Worms hat mit EWR One ein zukunftsfähiges Geschäftsfeld erschlossen, das der Kundschaft Energiedienstleistungen aus einer Hand anbietet. Das Leuchtturmprojekt, das in Zusammenarbeit mit Smart Living Hub entstanden ist, könnte auf die ganze Thüga-Gruppe ausstrahlen.
Stephan Wilhelm, Vorstandssprecher der EWR AG, ist guter Laune. Kein Wunder: Seit Mai ist EWR One am Start. Das Projekt soll die Energiewende vor Ort möglich machen und die Kundschaft langfristig binden. Bereits wenige Wochen nach dem Start deutet sich an, dass das Energiedienstleistungs-Geschäft aus einer Hand bei Kundinnen und Kunden ankommt.
„Wie alle Stadtwerke und Energieversorger müssen auch wir unsere Unternehmensstrategie den Anforderungen der Dekarbonisierung anpassen“, sagt Wilhelm. „Das bedeutet vor allem, Alternativen zum Gasgeschäft zu entwickeln – um wegbröckelnde Erlöse aus Netzentgelten und dem Vertrieb zu kompensieren, aber auch, um unserer Kundschaft nachhaltige Lösungen anzubieten.“ Die Wahl fiel auf Energiedienstleitungen (EDL). Wie aber Fuß in diesem Geschäft fassen? Wilhelm: „Indem wir uns selbst ermächtigen und entsprechende Unternehmen als Beteiligungen zur EWR holen.“ Das sind: ein PV- und Speicher-Unternehmen, ein Elektrohandwerks-Betrieb und zuletzt 49 Prozent eines Betriebs, der Wärmepumpen baut und installiert. „Hinter allem stand die Überlegung, dass unsere Kundschaft aus geopolitischen Gründen zunehmend energieautark sein und die Energiewende vor Ort mitgestalten will. Und das am liebsten mit jemandem, zu dem sie schon Vertrauen hat – wie zu uns als ihrem Energieversorger“, sagt Wilhelm.

Wilhelm und seinem Team schwebte ein Tool vor, das das gesamte EDL-Portfolio enthält. Mit dem Kundinnen und Kunden in einem einfachen Prozess individuelle Wünsche zusammenstellen und in Auftrag geben können – bis hin zur Umsetzung eines Speichers im Keller oder einer PV-Anlage auf dem Dach. Wilhelm: „Möglich machen sollten das digitale Prozesse und ein System, in dem alle Energiedienstleistungen zusammen vertrieben werden können.“ So kam die Smart Living Hub (SHL) ins Spiel: „EWR beauftragte uns, ihre Anforderungen an ein IT-System zur Abbildung ihres Prozesses für den Vertrieb der EDL zu erfassen“, sagt Hans-Christoph Kaiser von SLH. In der Folge prägte das Unternehmen ein Customer Relationship (CRM) System für den Lösungsvertrieb aus, um die ganzheitliche und kollaborative Zusammenarbeit zu gewährleisten und alle relevanten Aspekte des Prozesses zu integrieren. „Eine wegweisende Herausforderung für die Positionierung von Stadtwerken“, sagt Kaiser.
Im Mai eröffnete ein physischer Shop in Worms, in dem laut Wilhelm alle Gewerke von der Wärmepumpe bis hin zur Wallbox verbaut sind. In diesem Shop könne Kundinnen und Kunden auch HEMS ausprobieren, die intelligente App der Thüga, die alle Energiekomponenten im Haus steuert. In den nächsten Monaten soll ein digitaler Shop folgen. Das Besondere an EWR One: Potenzielle Kundschaft hat nur einen Ansprechpartner, bei dem sie sich ein Angebot erstellen lassen kann und das ganze Produktportfolio in Auftrag gibt.
Beiderseitiges Lob gibt es für die Zusammenarbeit. Das Engagement und Know-how der SLH empfiehlt Wilhelm wärmstens weiter. Auch Kaiser ist mit dem Part, den die SLH bei der Entwicklung von EWR One gespielt hat, mehr als zufrieden: „Das Leuchtturmprojekt zeigt, was wir können. Mit EWR One spielen wir in der Energiewirtschaft in der ersten Liga.“ Für Katharina Baumbusch, EDL-Expertin von der Thüga-Innovation, ist EWR One eine Erfolgsstory, die ohne die automatisierte Abwicklung durch die SLH nicht möglich gewesen wäre. „EWR verkauft nun die Energiewende in Kombination mit Commodity ganzheitlich, das macht sie einzigartig.“ Insgesamt bietet Thüga ihren Partnerunternehmen einen Baukasten an Maßnahmen, um ins EDL-Geschäft einzusteigen – von der Entwicklung einer Strategie über Produkte und die Aufnahme der Anforderungen bis hin zur technischen Umsetzung.