Newsletter Service
Mit unserem Newsletter erhalten Sie stets aktuelle Hintergrundinformationen über die Energiewirtschaft in Deutschland.
Von Wasserstoff bis Schnellladenetz: Förderanträge werden komplexer und wettbewerbsintensiver. Wie Partnerunternehmen von einer fundierten Vorbereitung und dem Know-how der Thüga profitieren.
Fördermittel sind begehrt, die Fristen kurz und die Anforderungen hoch. Wer erst zu Beginn einer Ausschreibung mit Vorarbeiten startet, kommt oft zu spät. Warum frühe Vorbereitung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, zeigen zwei aktuelle Projekte aus der Thüga-Gruppe. „Kein Förderantrag ist wie der andere“, sagt Linda Purkarthofer. Sie ist bei der Thüga im Bereich Frühphaseninnovation tätig und hat bereits zahlreiche Anträge begleitet. Darunter ist auch die Bezuschussung eines 10-Megawatt-Elektrolyseurs, der künftig in Wertheim grünen Wasserstoff produzieren soll. Über 9,1 Millionen Euro war der erfolgreich genehmigte Förderantrag wert. „Es war unser zweiter Anlauf“, verrät Thomas Beier, Geschäftsführer der Stadtwerke Wertheim. Den Plan, grünen Wasserstoff zu produzieren, verfolgt der Energieversorger schon lange: „Wir haben uns vor über zwei Jahren schon einmal auf EU-Ebene beworben und sind gescheitert.“ Damit hatte Beier damals bereits gerechnet. „Der Antrag war eine Art Generalprobe, um zu sehen, ob wir alles haben, was wir brauchen.“ Ein kluger Schachzug, wie sich zeigt.
Insbesondere bei aufrufbasierten Förderungen ist eine Ressource besonders knapp: Zeit. Denn die Mittel werden innerhalb eines begrenzten Zeitraums ausgeschrieben. „Meist sind es acht Wochen bis drei Monate“, sagt Purkarthofer. Das Konzept für das Elektrolyse-Vorhaben hatten die Stadtwerke Wertheim damals gemeinsam mit dem Planungsbüro EGS-Plan erarbeitet. Damit war zum Ausschreibungsstart bereits ein wichtiger Teil der Vorarbeit geleistet. „Den Antrag ohne Vorbereitung in acht Wochen zu erstellen, ist meiner Meinung nach unmöglich“, sagt Beier. Gemeinsam mit der Thüga hat es mit der Förderung nun geklappt. Der entsprechende Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg wurde im Dezember 2025 geschlossen.
Dass der Zeitfaktor sehr entscheidend ist, bestätigt auch Florian Sulejmani. Er ist bei der Thüga in der Abteilung Geschäftsmodellentwicklung im Innovationsbereich tätig und hat die Beantragung finanzieller Mittel für den Ausbau eines E-Lkw-Schnellladenetzes in Baden-Württemberg begleitet. Der Antrag für das Förderprogramm BASE BW wurde vom Konsortium aus Regioladen+ und LichtBlick eMobility eingereicht – und hatte ebenfalls eine klare Deadline. „Ende August 2025 ging die Ausschreibung online. Bis Ende Januar 2026 musste der Antrag eingereicht sein“, erklärt Sulejmani. „Das klingt nach einer Menge Zeit, aber wir brauchten bis dahin alle unterschriebenen Letter of Intent für die Standorte.“ Pro Standort sind heute mindestens vier Ladepunkte, Batteriespeicher und je nach Kundennachfrage auch Ladepunkte für Megawatt-Laden geplant.
Im Antrag galt es, die Standorte nicht nur als logistisch und wirtschaftlich sinnvoll darzulegen. Die Grundstücksbetreiber mussten über die Letter of Intent (LOI) auch ihr Interesse am Projekt bescheinigen. Damit waren sie letztlich ausschlaggebend für die Standortwahl. „Die Zusammenarbeit mit der Thüga hat den Prozess maßgeblich beschleunigt. Durch die regionale Verbundenheit unserer Partnerunternehmen und das damit verbundene Vertrauen von Standortpartnern hatten wir am Ende sogar mehr LOIs als nötig“, sagt Dr. Miriam Stoff, Geschäftsführerin der Regioladen+. Die Bemühungen hatten Erfolg: Das Konsortium erhielt im Juni 2026 den Zuschlag für die maximal mögliche Anzahl von 14 Standorten.
Eine weitere Herausforderung ist die Definition von Kosten und Leistungen. Beim E-Lkw-Ladenetz ging es auch um die Frage: Wie viel Euro sind pro Kilowattstunde anzusetzen? „Wir mussten einen sehr komplexen und vor allem unscharfen Bereich in Zahlen übersetzen. Wir wollen die Kosten decken, uns aber auch nicht mit einem zu hohen Preis ins Aus schießen“, so Sulejmani. „Wir haben uns damals eng mit BS|ENERGY in Braunschweig ausgetauscht. Dort hatte man bereits Erfahrung mit solchen Anträgen. Dabei haben wir viele wertvolle Tipps und Tricks bekommen.“
Auch bei den Stadtwerken Wertheim griff man auf die Erfahrung aus dem Netzwerk zurück. „Die Thüga hat den Blick auf die gesamte Gruppe und stellt Fragen, auf die man selbst vielleicht nie gekommen wäre“, sagt Beier. „Wenn man die gut beantworten kann, geht man auch mit einem sicheren Gefühl in das Bewerbungsgespräch.“ Aus Erfahrung weiß Purkarthofer: „Es ist wichtig, das Ziel der verschiedenen Förderprogramme zu verstehen. Geht es um ein sehr innovatives Konzept, das erprobt werden soll, muss es ein gewisses Risiko geben. Geht es darum, die Infrastruktur zu stärken, stehen Glaubwürdigkeit, Reifegrad und realistische Preisvorstellungen im Vordergrund. Für Wasserstoffprojekte bietet die Thüga hierfür beispielsweise einen Business-Case-Rechner.“