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Pilotprojekt von Thüringer Energienetze, Hitachi Energy und Thüga: Der weltweit erste Kompakt-Mittelspannungslängsregler erhöht die Aufnahmefähigkeit bestehender Stromnetze deutlich und schafft zusätzlichen Spielraum für den Anschluss erneuerbarer Energien.
Der neue Kompakt-Mittelspannungslängsregler (MSLR) regelt das Spannungsband auf die Sollwerte und ermöglicht so, je nach Netzkonstellation, mit den bestehenden Leitungen in ländlichen Gebieten mehr als zweimal so viele regenerative Erzeugungsanlagen anzuschließen wie bislang. Netzbetreiber gewinnen damit wertvolle Zeit, die Energiewende umzusetzen. Notwendige Netzausbaumaßnahmen können gezielter priorisiert und genau dort realisiert werden, wo sie den größten Nutzen entfalten. In Hopfgarten bei Weimar ging jetzt das weltweit erste nach Serienstandards gefertigte Gerät dieser Bauart ans Netz.
„Berechnungen für Flächenversorger in der Thüga-Gruppe ergeben, dass der Einsatz von MSLR bis 2035 bei einzelnen Netzbetreibern einen dreistelligen Millionenbetrag an Netzausbaukosten sparen kann, wenn wir diese Regler dort einsetzen, wo es sinnvoll und möglich ist“, sagt Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Thüga Aktiengesellschaft.

MSLR in Gießharzbauweise sind schon seit einigen Jahren im Einsatz. Aufbauend auf den damit verbundenen Erfahrungen, hat sich die Thüga mit ihren Partnerunternehmen 2023 auf den Weg gemacht, die Systeme konsequent weiterzuentwickeln. Zusammen mit dem Technologiepartner Hitachi sollten die Geräte kompakter, robuster, wirtschaftlicher und einfacher zu bedienen sein – und sich nahtlos in den Netzalltag integrieren lassen. Die neue Ölbauweise macht genau das möglich. Der Regler passt in einige bestehende Ortsnetzstationen, arbeitet weitgehend autark und lässt sich zentral über die Netzleitstelle überwachen. Gleichzeitig wurde die Konstruktion auf hohe Kurzschlussfestigkeit und einen langjährigen, wartungsarmen Betrieb hin ausgelegt. Das jetzt in Hopfgarten installierte Gerät wurde nach Serienstandards gefertigt – ein Betriebsmittel für den breiten Einsatz. Axel Stiefermann, Projektleiter auf der Thüga-Seite: „Für den neuen MSLR haben wir mit Hitachi bekannte Basistechnologie weiterentwickelt. Was in Hopfgarten zum Einsatz kommt, ist Trafobau auf höchstem Niveau.“
Der Ausbau der erneuerbaren Energien bringt viele Bestandsnetze an ihre Grenze. Doch häufig sind nicht die Leitungen der Engpass. In ländlichen Netzen ist oft die Einhaltung des Spannungsbands der limitierende Faktor. Eine Berechnung für ein Beispielnetz der TEN hat ergeben, dass durch den MSLR erheblich mehr PV-Leistung integriert werden kann. Frank-Peter Tille, Geschäftsführer TEN Thüringer Energienetze: „Wir haben zahlreiche Mittelspannungsnetze, in denen die Einhaltung des Spannungsbandes zum begrenzenden Faktor geworden ist. Der MSLR verschafft uns dort zusätzlichen Handlungsspielraum. So können wir weitere erneuerbare Erzeugungsanlagen schnell ans Netz bringen und den aufwendigen Ausbau selektiver planen.“
Der MSLR zeigt exemplarisch, wie Innovation in der Thüga-Gruppe entsteht: Netzbetreiber formulieren ihre Anforderungen, die Thüga bündelt sie und Industriepartner entwickeln daraus marktfähige Lösungen.
Zwei Technologien für unterschiedliche Anwendungen:
Der neue MSLR basiert auf der von Ortsnetztransformatoren bekannten und bewährten Ölbauweise. Sie bietet bei hohen Leistungen eine besonders kompakte und kostengünstige Bauweise. Sie eignet sich daher ideal für den Einsatz in Ortsnetzstationen. Als bisherige Variante kommt die RESIBLOC-Technologie von Hitachi Energy ohne Isolieröl aus und bedient größere Leistungsklassen.