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Der Dekarbonisierungsdruck auf den Mittelstand steigt, Energieversorger sollten sich als erste Ansprechpartner für CO2-neutrale Energielösungen positionieren. Die Dekarbonisierungsberatung kann dabei eine Schlüsselrolle spielen und zusätzlichen Wertbeitrag generieren.
Die auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene beschlossenen Klimaschutzziele werden auch unter der neuen Bundesregierung – Stand heute – bestehen bleiben. Klimaziele, CO2-Bepreisung, Emissionshandelssysteme und steigende Energiekosten sind für die Wirtschaft Anreiz und Druckmittel zugleich, umfassend zu dekarbonisieren. Allerdings kämpft besonders der Mittelstand häufig mit knappen personellen Ressourcen und fehlendem Fachwissen für die eigene Transformation. Entsprechend gefragt sind Beratung und vor allem Lösungen. Laut Prognosen der BfEE und Strategy& wird ein Anstieg des Marktvolumens für Dekarbonisierungsberatung und das Lösungsgeschäft von circa 11 Milliarden Euro in 2022 auf rund 21 Milliarden Euro bis 2027 erwartet. Für 2035 liegen die Schätzungen bei 39 Milliarden Euro.
Eine Kundenbefragung der Thüga im Rahmen des Projektes „B2B-Klimapartner“ hat gezeigt, dass Geschäftskunden von ihren Energieversorgern eine aktivere Rolle auf dem Weg in eine CO2-neutrale Zukunft erwarten – mit Beratungs- und Lösungsangeboten und als kompetente Vermittler zwischen Regulatorik, Kommunen und betrieblichen Anforderungen. Für Stadtwerke und kommunale Energieversorger ist der Zeitpunkt somit günstig, sich in diesem wachsenden Geschäftsfeld zu positionieren. „Strategische Transformationsberatung kann den Kundenzugang erweitern und ist ein potenzieller Garant dafür, den gesamten Transformationsprozess des Geschäftskunden über Jahrzehnte hinweg zu begleiten“, erklärt Philipp Kampmann vom Thüga-Bereich Innovation. „Dadurch ergibt sich für unsere Partnerunternehmen nicht nur die Chance, ein neues Geschäftsfeld zu erschließen und zusätzliche Einnahmen zu generieren, sondern auch die zukünftigen Energiebedarfe der Verbraucher besser zu verstehen. Denn je genauer wir den zukünftigen Bedarf und die benötigten Energieträger kennen, desto präziser lassen sich zukünftige Angebote für Energielösungen platzieren und auch Infrastrukturmaßnahmen planen und umsetzen.“
badenova bietet bereits seit einiger Zeit Beratungs- und Dekarbonisierungskonzepte im eigenen Haus an – von Transformationsplänen für Industrieunternehmen bis hin zur Umsetzung langjähriger Nachhaltigkeitsstrategien für Geschäftskunden im Premiumsegment. „Für uns ist die Begleitung unserer Industriekunden bei der Dekarbonisierung ihrer Produktions- und Industrieprozesse ein entscheidender USP und Ausdruck unserer ganzheitlichen und langfristig ausgerichteten Kundenbindung“, erläutert Christoph Armbruster, Projektleiter bei badenovaWÄRMEPLUS die Motivation dahinter. „Indem wir unsere Kunden direkt begleiten, können wir das gesamte Leistungsportfolio der badenova-Gruppe optimal anbieten: von erneuerbarer Erzeugung über Engineering-Leistungen und Contracting bis hin zu Speicherlösungen, E-Mobilität und Netzanschluss-Dienstleistungen.“ Bei der Zusammenarbeit komme es besonders darauf an, ein umfassendes Verständnis für die Kundenbedürfnisse und deren Produktionsprozesse zu entwickeln: „Unsere Rolle bei Beratungs- und Umsetzungsprojekten ist es, viele und oft unbequeme Fragen zu stellen, alle Prozesse im Unternehmen zu begreifen und ,hinter dem Zähler‘ zu arbeiten. So können wir Energieverbräuche effizienter gestalten, unser Know-how stetig anwenden und erweitern und somit gemeinsam die Dekarbonisierung voranbringen“, so Armbruster. Herausforderungen in diesem Geschäftsfeld sieht er besonders bei der mangelnden Konsequenz der Gesetzgebung: „Wenn Vorgaben aufgeweicht oder geändert werden, führt das zu Unsicherheit und Verzögerungen im Markt.“
Die direkte Inhouse-Lösung bei badenova ist nur eine mögliche Variante der Transformationsberatung. In der Thüga-Gruppe werden derzeit auch andere Modelle angewendet: von der Zusammenarbeit mit externen Beratungspartnern, wie BS|Energy sie mit GREAN durchführt, bis hin zur Gründung eigener Beratungsgesellschaften wie der Climate Connection by EWR. „Als Netzwerk-Anker ist die Thüga aktuell dabei, diese unterschiedlichen Ansätze auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und zu evaluieren, wie ein gemeinsames Modell für ein Beratungs- und Lösungsangebot gestaltet werden kann, das dann allen Partnerunternehmen zur Verfügung steht“, erklärt Philipp Kampmann.
Ziel ist es, Stadtwerken unabhängig von ihrer Größe und Ressourcenausstattung den Einstieg in das wachsende Geschäftsfeld der Dekarbonisierungsberatung zu ermöglichen – und damit die Voraussetzungen für langfristige Kundenbindung und neue Umsatzpotenziale zu schaffen.