Die Energiewende bringt eine diversifizierte Erzeugungsstruktur mit sich. Die Einspeisung erneuerbarer Energien findet dezentral statt, sie ist variabler und schwerer zu prognostizieren. Mit der Umsetzung des neuen Netzengpassmanagements – dem Redispatch 2.0 – tragen die Verteilnetzbetreiber entscheidend zum Gelingen der Energiewende bei.

Doch das neue Netzengpassmanagement bedeutet eine Fülle neuer Verantwortlichkeiten für Verteilnetzbetreiber. Das Thüga-Kompetenzteam Technik unterstützt die Thüga-Partnerunternehmen bei der Vorbereitung. Verteilnetzbetreiber (VNB) müssen ab Oktober 2021 alle Erzeugungs- und KWK Anlagen über 100 Kilowatt prognostizieren und steuern, um Netzengpässe vorab zu vermeiden – Aufgaben, die bisher wenige VNB in ähnlicher Form im Einspeisemanagement umgesetzt haben.

Starthilfe für Partner

Das Thüga-Kompetenzteam Technik ist derzeit dabei, die Partnerunternehmen über die neuen Aufgaben zu informieren. „Jedes Unternehmen muss die Umsetzung selbst vorantreiben“, sagt Julia Holl. „Aber wir bieten eine gebündelte Hilfe an.“ So haben Holl und die Technik-Kollegen die Partnerunternehmen befragt, in welchem Maße sie von den Vorgaben betroffen und inwieweit sie bereits aktiv sind. „Das hilft uns herauszufinden, ob und wie Thüga, E-MAKS, Thüga SmartService oder Syneco die Unternehmen zumindest teilweise unterstützen können“, so Holl.

Für den Redispatch 2.0 sind komplexe Prozesse zu implementieren

Für den Redispatch 2.0 sind komplexe Prozesse zu implementieren.

Projekt als Blaupause

Um der Thüga-Gruppe möglichst praxisnahe Starthilfe anzubieten, haben diese vier Unternehmen gemeinsam mit Thüga Energienetze (THEN) im April 2020 das Projekt „Umsetzung der Redispatch 2.0-Vorgaben bei THEN“ gestartet. Die Konzeptionsphase wurde im September abgeschlossen. „Wir haben uns einen Überblick über den Gesamtprozess, den Ablauf und potenzielle Dienstleister am Markt verschafft. Außerdem haben wir die Anforderungen an die definierten Leistungsbausteine beschrieben“, sagt Holl. Insgesamt sind es für die THEN fünf Bausteine, unter anderem „Prognose“, „Netzzustandsanalyse“ und „Abrechnung“.  In der zweiten Phase finden Gespräche mit Softwareherstellern statt: „Wir prüfen, welche Hersteller welche Bausteine abbilden können und mit wem eine Umsetzung möglich ist.“ Anschließend werden die Tools bei THEN upgedatet oder neu installiert, getestet und untereinander sowie mit der vorhandenen IT-Landschaft verknüpft. Parallel analysiert das Projektteam die zukünftigen Arbeitsabläufe bei THEN, die vor Ort umzusetzen sind. Ab April 2021 startet die dritte Phase mit dem Testbetrieb des installierten Gesamtsystems.

Die Partnerunternehmen der Thüga können über die Wissensplattform „Thüga-Extranet“ auf Ergebnisse des THEN-Projekts zugreifen sowie sich untereinander austauschen. Außerdem hält das Extranet für sie Informationen zu Konsultationsverfahren und Branchenveranstaltungen bereit, an denen Thüga teilnimmt.