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Sonneberg – in der Werkstatt des Weihnachtsmanns.

Die Geschichte des Spielzeugs ist fast so alt wie die Menschheit selbst. In Deutschland hat die Stadt Sonneberg eine große Tradition von Spielzeugmachern: Bereits 1845 beschäftigten die Sonneberger Handelshäuser zahlreiche Familien in Heimarbeit als Papiermachéarbeiter, Holzschnitzer und Drechsler zur Spielzeugherstellung. Die Produkte fanden bald großen Zuspruch in USA und England. Um 1900 konnte Sonneberg sich mit Recht als "Weltspielwarenstadt" bezeichnen: Von den rund 62.000 Einwohnern des Kreises arbeiteten über die Hälfte für die Spielwarenindustrie. Auf den Sonneberger Raum entfielen nahezu 50 Prozent der deutschen Spielzeugproduktion.

Die in Sonneberg geborene Künstlerin Renate Müller wuchs dementsprechend ebenfalls in einer Familie von Spielzeugmachern auf. Bereits ihr Großvater beschäftigte sich in seinem Betrieb – der H.J. Leven KG -  mit hochwertigem Spielzeug. Renate Müller lernte ihr Handwerk von der Pike auf in der Fachschule für Spielzeug in Sonneberg. Ihre Entwürfe entwickelte sie in der elterlichen Firma in Zusammenarbeit mit Medizinern und Therapeuten zur Serienreife und stellte sie bereits 1967 erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse vor. Trotz der Verstaatlichung ihres Unternehmens fanden ihre Entwürfe in großer Auflage weiterhin Einzug in Kindergärten und Arztpraxen im Osten Deutschlands. Erst 1990 gelangte ihre Firma und die Rechte an ihren Entwürfen wieder in Renate Müllers Besitz. In der eigenen Werkstatt fertigt sie nun wieder mit großer Leidenschaft ihr Spielzeug in Handarbeit und legt großen Wert auf Funktionalität sowie die verwendeten Materialien: ausschließlich Rupfen und Leder. Ihre Maxime: „Ideen habe ich intuitiv, Systeme wachsen aus sich selbst.“

Renate Müller erhielt für ihre Arbeiten Designpreise und Messegold und ist mit ihren Objekten auch in diversen Sammlungen sowie Museen vertreten. Späten Weltruhm ernteten ihre Werke 2010: Seitdem werden die Exponate in einer New Yorker Galerie präsentiert. Im Herbst 2012 waren sie Teil der Ausstellung „Century of the Child“ im New Yorker MoMA. Über all die Jahre hinweg wurden ihre Spieltiere zu einem Spielzeug- und Designklassiker. Für abgeliebte Vintages zahlen Design-Liebhaber heute sogar nicht selten um vieles mehr als für die neuen Originale.