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Quelle: Thomas Willemsen / Stiftung Zollverein

Essen – Kohle, Koks und Kumpel.

Essen ist die Wiege der Kohle-Industriekultur im Ruhrgebiet. Keine andere Region in Deutschland ist bis heute so geprägt von der Geschichte des Kohle- und Stahlzeitalters. Die Zeche und Kokerei Zollverein steht exemplarisch für die Kohle fördernde sowie verarbeitende Industrie des 19. und 20. Jahrhunderts. An dieser Anlage lassen sich Dimension und Komplexität dieses Industriezweiges heute noch ablesen.

Das „schwarze Gold“, die großen Kohlevorräte an der Ruhr, waren im 19. Jahrhundert der Energieträger der Zukunft. Der Industrielle Franz Haniel hatte mit seiner Bohrgesellschaft aus Ruhrort die Kohlenlagerstätte im Essener Norden zu einem großen Grubenfeld unter dem Namen  „Zollverein” konsolidiert.

Der Ursprung der Namensgebung geht auf den Deutschen Zollverein zurück, einer 1834 in Kraft getretenen Freihandelszone von 14 deutschen Staaten. Mit dem Wegfall der Binnenzölle und der Vereinheitlichung des Gewichts-, Münz- und Maßsystems stand der Deutsche Zollverein für wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand.

Die Zeche Zollverein nahm 1851 ihren Betrieb auf. Im ersten Jahr der Förderung wurden durch 256 Bergleute 13.000 Tonnen Kohle abgebaut. 40 Jahre später hatte sich die Belegschaft verzehnfacht, und die Fördermenge war mit einer Million Tonnen auf das 75-fache gestiegen. Mit dem Bau der Zentralschachtanlage Zollverein XII 1932 wurde die Zeche Zollverein dann zur Zeche der Superlative. Bauherren und Architekten hatten eine „Kathedrale der Industriekultur“ geschaffen, die sich durch formvollendete Architektur und perfektionierte Produktionsabläufe auszeichnete, auf die jeder Essener Bürger noch heute stolz ist. 

Das Ende des Kohle- und Stahlzeitalters machte auch vor Zollverein nicht Halt. Trotz aller Rationalisierungsbemühungen konnte die Zeche dem Kostendruck ausländischer Kohleförderung nicht Stand halten. Im Jahr 1986 fuhr die letzte Schicht nach 135 Jahren Bergbaubetrieb ein, 1993 wurde die Kokerei Zollverein stillgelegt. Eine Ära ging zu Ende.

Heute ist das einzigartige Ensemble der Montanarchitektur UNESCO-Welterbe. Berühmte Künstler und Architekten haben diesen inspirierenden Ort bewahrt und sinnvoll in das moderne öffentliche Leben eingebunden. Die einst „verbotene Stadt“ ist heute Denkmal, Museum für Geschichte, Gedächtnis und Gegenwart des Ruhrgebiets, Produktionsstätte für Design, Ort der Lehre und Forschung sowie Erholungsraum für seine Anwohner und Besucher aus aller Welt. Sie ist ein Forum für hochkarätige Veranstaltungen von Kunst, Musik, Theater sowie Tanz und bietet Raum für alle Arten von Events. Die Kokerei Zollverein war eben schon immer ein Ort der Superlative!