Wie geht gutes Asset Management?

Eine ISO-Norm beschreibt auf rund 70 Seiten, wie man möglichst viel Nutzen aus Anlagegütern zieht. Thüga „übersetzt“ die Norm für die Branche.

Auf die Suche nach der Antwort haben sich Dr. Kerstin Grass und Klaus Zellhuber, beide von der Thüga-Netzstrategie, gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe begeben. Dabei haben sie sich durch viel Papier geackert, und auch noch auf Englisch. Das Schlagwort lautet ISO 55.000 ff. 2014 hatte ein Komitee der ISO, der Internationalen Organisation für Normung, einen weltweiten Standard für Asset Management herausgegeben.

Ideen aus der Norm

„Es geht uns nicht darum, eine Norm zu erfüllen“, sagt Kerstin Grass. „Wir wollen uns daraus Anregungen holen – um eine Vorgehensweise zu entwickeln, die die Thüga-Partner unterstützt, ein gutes Asset Management aufzubauen oder ihr vorhandenes anzupassen.“ Grass und Zellhuber haben also die Inhalte nicht nur von Englisch auf Deutsch übersetzt, sondern auch auf die Energiebranche. „Wir wollen eine passgenaue Beratung für die unterschiedlichen Thüga-Partner erarbeiten“, verdeut­licht Zellhuber. Im ersten Schritt haben die beiden Netzstrategen einen Fragebogen mit rund 70 Fragen konzipiert. „Die wollen wir mit den Partnerunternehmen durchgehen, um genau herauszufinden, wo eventuelle Schwachpunkte liegen“, so Zellhuber. „Wir sehen uns die komplette Organisation des Asset Managements in den verschiedenen Bereichen an, von der Instandhaltung über das Berichtswesen bis hin zur Mitarbeiter-Qualifikation.“

Asset Management ist Chefsache

Im Fokus steht die Transparenz, um Risiken zu identifizieren. „Die Asset Strategie muss bis auf die einzelnen Betriebsmittel heruntergebrochen werden und fließt in die Erneuerungs- und Wartungsplanung ein. Dann werden Daten und Erkenntnisse wieder in die Führungsebene hochgespielt“, so Kerstin Grass. Die Norm fordert die Unternehmensführung auf, sich mit Asset Management zu beschäftigen und Schwerpunkte zu setzen hinsichtlich Image, Qualität, Umwelt. „Derzeit suchen wir Unternehmen, um eine Benchmark-Runde einzurichten“, so Klaus Zellhuber. „Wir werden den Fragebogen einen Tag beim Unternehmen vor Ort durchgehen und daraus einen Bericht erstellen. Dann werden wir mit allen Teilnehmern gemeinsam die Ergebnisse analysieren.“ Und diese Beratungsleistung künftig als Projekt allen Thüga-Partnern anbieten.