Energiewende & Dekarbonisierung

Strom zu Gas-Technologie: Erfolg und Erwartungen

 
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Energiewende & Dekarbonisierung | 02.11.2017

Strom zu Gas-Technologie: Erfolg und Erwartungen

Strom zu Gas-Technologien verfolgen das Ziel, überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen in Gas umzuwandeln. Ein erfolgreiches Projekt der Thüga-Gruppe und aktuelle Studien bestätigen die Praxistauglichkeit und die Rolle der Technologie im Energiesystem der Zukunft.

2014 wurde in Frankfurt die Strom zu Gas-Anlage (SzG) der Thüga-Gruppe in Betrieb genommen. Sie war die weltweit erste Demonstrationsanlage, die durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und in das kommunale Gasverteilnetz eingespeist hat. 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe haben hierfür ihr Know-how gebündelt und gemeinsam in die Entwicklung der Strom zu Gas-Speichertechnologie investiert.

2014 wurde in Frankfurt die Strom zu Gas-Anlage (SzG) der Thüga-Gruppe in Betrieb genommen. Sie war die weltweit erste Demonstrationsanlage, die durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und in das kommunale Gasverteilnetz eingespeist hat. 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe haben hierfür ihr Know-how gebündelt und gemeinsam in die Entwicklung der Strom zu Gas-Speichertechnologie investiert.

Angesichts der hohen zu speichernden Mengen an überschüssigem Strom aus Erneuerbaren Energien hat die SzG-Technologie eine große Bedeutung. Nach einer Analyse der Thüga könnte der Speicherbedarf 2020 bei 17 Terawattstunden (TWh) und 2050 bereits bei 50 TWh liegen. Die kommunalen Gasverteilnetze können diese Mengen komplett aufnehmen.

Praxistauglichkeit bewiesen

Aus Sicht der Projektpartner hat die SzG-Technologie den Praxistest bestanden. Die Demonstrationsanlage wurde außerdem mittels Computersimulation mit Wind- und Solaranlagen, einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und dem Stromverbrauch zusammen geschaltet und hat sich als smart grid-tauglich bewährt. Der Wirkungsgrad der Anlage von über 70 Prozent bezogen auf den Brennwert hat die Erwartungen übertroffen. Außerdem konnten die Projektpartner belegen, dass die SzG-Technologie für den Einsatz im Primärregelenergiemarkt geeignet ist.

Bedeutung für Dekarbonisierung

Zwei Studien, an denen die Thüga beteiligt war, untermauen nun die Bedeutung der SzG-Technologie für die Dekarbonisierung:

enervis hat Pfade zur Sektorkopplung von Strom und Wärme bis 2050 analysiert. Zwei zentrale Ergebnisse der Studie: Erdgas ist bis mindestens 2040 die kosteneffizienteste CO2-Vermeidungsoption für Wärme. Bis 2050 und darüber hinaus bleibt Gas ein kosteneffizienter CO2-armer Energieträger für Backup-Kraftwerke. Außerdem kann eine dekarbonisierte Welt mit einer Umwandlung von Strom zu Gas volkswirtschaftlich günstiger sein als eine Welt ohne Gas.

dena hat in der Zwischenbilanz ihrer Leitstudie „Integrierte Energiewende“ das Gasnetz als wichtigen Baustein in einem sektorintegrierten Energiesystem identifiziert. Gas ist in allen Szenarien ein wichtiger Leistungsträger und trägt als Speicher zur Flexibilität des Energiesystems und zur Versorgungssicherheit bei. Energieintensive Industriezweige werden zukünftig nicht vollständig elektrifiziert werden und daher weiter auf Gas als Energieträger zugreifen. Der Bedarf an grünem

Rahmenbedingungen schaffen

„Gas ist laut enervis und dena ein wichtiger Leistungsträger des Energiesystems und die bestehende Gasinfrastruktur integrativer Bestandteil der Energiewende – dem muss die Politik jetzt Rechnung tragen,“ so Michael Riechel, Vorstandsvorsitzender der Thüga Aktiengesellschaft.

Auch die 13 Partner des SzG-Projekts sehen nach der erfolgreichen Demonstration der Technologie die Politik in der Pflicht ein schlüssiges Konzept zur Entwicklung der SzG-Technologie vorzulegen. Konkret richten sie die folgenden drei Forderungen an die neue Bundesregierung. Diese sollte:

1. … gezielte Förderprogramme zur Markteinführung von SzG auflegen, um die Kosten zu reduzieren und die Wirkungsgrade weiter zu erhöhen.

2. … einen gemeinsamen Netzentwicklungsplan für die Netzinfrastrukturen (Strom/Gas) schaffen und eine Kostenbetrachtung des Gesamtsystems vornehmen.

3. … Wasserstoff und Methan aus erneuerbaren Energien als Biokraftstoff anerkennen, um Betreibern zusätzliche Absatzwege ermöglichen.

Weitere Informationen zur SzG-Demonstrationsanlage der Thüga-Gruppe finden Sie hier sowie in unserer Pressemitteilung.

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