Wohin mit dem überschüssigen Strom? Viele Betreiber von Photovoltaikanlagen müssen sich bald nach einer neuen Lösung umsehen. Die Thüga-Gruppe ist mit einem neuen Produkt vorbereitet.

Am 1. Januar 2021 endet für die ersten PV-Anlagen die 20 Jahre lang garantierte EEG-Förderung. Damit bricht eine neue Epoche der Solarstromerzeugung in Deutschland an. Strom aus dezentralen Anlagen auf privaten Hausdächern kann nach Förderende nicht mehr gegen eine zugesicherte Vergütung verkauft werden. Selbst wenn die Betreiber der PV-Anlagen einen Teil des erzeugten Stroms durch Umbau oder Nachrüstung eines Speichers selbst verbrauchen können, werden sie in der Regel weiterhin überschüssigen Strom in das Netz einspeisen. Genau diesen müssen die Anlagenbetreiber dann selbst vermarkten. Zunehmend stehen Betreiber von PV-Anlagen vor der Frage, wie es weitergeht. Wohin mit dem produzierten Sonnenstrom? Wie verkaufen? An wen? Und vor allem: Lohnt sich die Einspeisung in das öffentliche Netz jetzt überhaupt noch? Die meisten Betroffenen – private Haushalte, Landwirte und Gewerbe – werden nicht nur ihre Anlage weiter betreiben, sondern für den eingespeisten Strom weiterhin eine Vergütung erhalten wollen. Von den Stromversorgern erwarten sie eine Lösung, die Planungssicherheit für die nächsten Jahre bietet.

Gemeinsames Post-EEG-Produkt

Daher haben sich Thüga und WEMAG, der größte kommunale Energieversorger Mecklenburg-Vorpommerns, gemeinsam an die Arbeit gemacht, um eine Lösung für die betroffenen Anlagenbetreiber zu entwickeln. Unterstützt wurden sie dabei von weiteren Unternehmen aus der Thüga-Gruppe. Herausgekommen ist ein Post-EEG-Produkt, das Betreibern ausgeförderter PV-Anlagen nicht nur eine Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom sichert. Das Produkt garantiert ihnen auch die Deckung des noch benötigten Strombedarfs. Energieversorger können es als White-Label-Produkt problemlos ins eigene Leistungsportfolio integrieren.

Die Lösung – Prosumer werden

Bisher gibt es für ausgeförderte PV-Anlagen kein vergleichbares Produkt am Markt. Und den Anlagenbetreiber ganzheitlich in seiner Doppelrolle als Stromkonsument und -produzent – als Prosumer – zu betrachten, ist nach aktueller Rechtslage die einzig sinnvolle Lösung. Das stärkt den Anlagenbetreiber und bringt Vorteile für alle:

· Die Anlagenbetreiber können weiterhin Solarstrom ins Netz einspeisen und erhalten hierfür eine Vergütung.

· Die Energieversorger können den gesamten Prozess vollautomatisiert abwickeln und den verbleibenden Strombedarf des Anlagenbetreibers decken.

· Der Volkswirtschaft bleiben die ausgeförderten PV-Anlagen erhalten, sodass sie weiterhin ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten können.

Automatisierung als Schlüssel

Vier Produktmodule ermöglichen eine automatisierte Abwicklung beim Energieversorger:

· Ein Vertragswerk kombiniert die Vermarktung des überschüssigen Stroms der PV-Anlagen mit der noch benötigten Reststromlieferung für die Anlagenbetreiber.

· Eine Online-Anmeldestrecke ermöglicht den digitalen Vertragsabschluss und reduziert so unnötige Prozesskosten.

· Ein Online-Rechenkern automatisiert die Preis- und Mengenkalkulation gegenüber den Anlagenbetreibern, bereitet Daten automatisch auf und erleichtert so die Abwicklung des Produkts beim Energieversorger.

· Durch standardisierte interne und externe Schnittstellen können etwa die interne Abrechnung oder die externe Adressprüfung effizient mit allen notwendigen Informationen versorgt werden.

Der Test des Prototyps wurde 2019 bereits abgeschlossen. Im zweiten Quartal 2020 wird WEMAG das Produkt implementiert und getestet haben. Schon heute können Unternehmen aus der ThügaGruppe beginnen, das White-Label-fähige Produkt in eigene Systeme zu integrieren. Im dritten Quartal 2020 soll das Produkt für Endkunden am Markt erhältlich sein.

Geschäftsfeld reif für den Massenmarkt

Thüga zeigt mit dem Produkt, wie eine marktwirtschaftliche Lösung für Prosumer, Energieversorger und Gesellschaft aussehen kann – einfach und zuverlässig umsetzbar. Ein Geschäftsfeld, das bisher nur im Key-Account-Vertrieb bearbeitet werden konnte, ist reif für den Massenmarkt.