Energiewende & Dekarbonisierung

So muss Energiepolitik

 
Energiewende & Dekarbonisierung
Energiewende & Dekarbonisierung | 24.07.2017

So muss Energiepolitik

Die Thüga-Gruppe hat ein Eckpunkte-Papier für eine erfolgreiche Energiewende und effizienten Klimaschutz erarbeitet – egal welche politische Koalitions-Kombination aus der Bundestagswahl am 24. September hervorgehen wird.

„Der Fokus der neuen Bundesregierung sollte auf einer Gesamtoptimierung des Energiesystems liegen“, heißt es in dem Papier. Dabei geht es aus Sicht der Thüga-Gruppe um die bestmögliche Integration von erneuerbaren Energien in der bestehenden Infrastruktur – und damit auch dem Schutz kommunalen Vermögens. Parallel-Investitionen in Netz und Erzeugung müssen vermieden werden. Das heißt, dass die Thüga-Gruppe insbesondere die Potentiale der bestehenden Gas- und Wärme-Infrastruktur bei der Umsetzung der Energiewende noch lange nicht erschöpft sieht. Die Autoren des Eckpunkte-Papiers verweisen auf fünf wesentliche Ansätze:

Kosten im Blick

CO2-Vermeidungskosten von Technologien sollten stärker als bislang als Entscheidungsparameter für die Politik und die Ausgestaltung von Förderprogrammen genutzt werden. Dabei ist es wichtig, immer Kosten und CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu berücksichtigen.

Verteilnetze als Schlüssel

Nur die Verteilnetze verknüpfen erneuerbare Erzeugung, Speicher und flexible Verbraucher intelligent und volkswirtschaftlich effizient – und entlasten so die Übertragungsnetze. Neben dem hierfür notwendigen klassischen Netzausbau kann die zunehmende Digitalisierung und Dezentralisierung einen substanziellen Beitrag dazu liefern, dass die Strom- und Gas-Verteilnetze kosteneffizient und flexibler deutlich höhere Anteile einer volatilen Erzeugung und eines sich ändernden Nachfrageverhaltens in Einklang bringen. Das Regulierungssystem sollte für diese Flexibilitäten und neuen Technologien Anreize schaffen.

Fernwärme stärken

Anreize zur Modernisierung der Fernwärme-Erzeugung – weg von Kohle hin zu Gas, erneuerbaren Energien und Abwärme aus der Industrie – sollten ausgebaut werden. So können auch in dicht besiedelten Flächen unmittelbare Erfolge bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung im Gebäudebestand erreicht werden. Neben gezielten Anreizen ist auch eine Umsetzung über einen europäischen CO2-Mindestpreis im EU-Emissionshandel geeignet.

Power-to-Gas als Speicher

Ein Marktanreizprogramm für Power-to-Gas sollte eingeführt werden. Darüber hinaus sollten Anreize für die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz geschaffen werden – anstelle der Verstromung vor Ort. So können erneuerbare Energien aus Biomasse, Wind und Photovoltaik saisonal gespeichert werden und je nach Bedarf flexibel in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zum Einsatz kommen.

Verkehr als Faktor

Die bestehende Strom- und Gasinfrastruktur sollte zudem als Basis für die Dekarbonisierung des Verkehrs genutzt werden. Elektro- und Gasmobilität bieten viele Vorteile für den Kunden und die Volkswirtschaft, unter anderem deutlich geringere CO2– und Feinstaubemissionen. Sie sollte über technologieoffene Anreize unterstützt werden.

Versorgungssicherheit rund um die Uhr

„Damit Deutschlands Wirtschaft stark bleibt, müssen wir Innovations- und Produktionsstandort bleiben“, fordert die Thüga-Gruppe. Dies gehe nicht ohne nachhaltige, sichere und preiswerte Energie. Dazu würden nicht nur die erneuerbaren Energien, sondern auch flexible und CO2-arme konventionelle Energieträger zur Absicherung der Versorgungssicherheit benötigt. Gas spiele dabei eine Schlüsselrolle, da es gemeinsam mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in allen Sektoren als Klimaschutzmotor wirken könne.

„Als Netzwerk von kommunalen Unternehmen stellen wir uns den anstehenden Aufgaben für eine erfolgreiche Energiewende und kosteneffizienten Klimaschutz“, so die Autoren des Papiers. „In der Verantwortung für unsere Kunden, unsere kommunalen Gesellschafter und unsere Mitarbeiter gestalten wir die anstehende Transformation des Energiesystems aktiv und konstruktiv mit.“

Das Eckpunktepapier als Download

Das Eckpunktepapier der Thüga-Gruppe zum Download (pdf)

Die Thüga-Gruppe

Als Netzwerk kommunaler Unternehmen investiert die Thüga-Gruppe pro Jahr rund eine Milliarde Euro in den Neubau, Umbau und Erhalt von Versorgungsinfrastrukturen für Strom, Gas und Fernwärme. Damit versteht sich die Thüga-Gruppe als Gestalter einer erfolgreichen Energiewende und von effizientem Klimaschutz in Deutschland. Im März hat die Thüga das Projekt „Let’s go green 2030“ gestartet. Dabei untersucht sie die Auswirkungen und Chancen der zunehmenden Dekarbonisierung auf die Thüga-Gruppe.

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