In der Power-to-X-Allianz (PtX-Allianz) machen Unternehmen gemeinsame Sache, die sonst wenig miteinander zu tun haben: Sie wollen PtX-Anlagen auf den Markt bringen und damit neue Nutzungsmöglichkeiten für Strom aus erneuerbaren Energien schaffen. Thüga, erdgas schwaben, Energienetze Bayern und inetz sind seit 2019 mit dabei.

Es ist eine illustre und buntgemischte Gruppe, die sich da unter dem Namen Power-to-X-Allianz (PtX-Allianz) vor eineinhalb Jahren zusammengefunden hat: Uniper, BP, AIRBUS und weitere Unternehmen und Verbände aus der Energie-, Luftfahrt- und Mobilitätsbranche. Für 2019 suchte die Allianz neue Mitstreiter: Nun ist auch Thüga mit von der Partie – gemeinsam mit erdgas schwaben, der Energienetze Bayern und inetz. Das gemeinsame Ziel der Allianz: für ein Markeinführungsprogramm für Power-to-X-Anlagen (PtX-Anlagen) werben.

Weniger CO2 ist das Ziel

Dr. Christian Friebe, Stabsstelle Energiepolitik, ist der Mann bei der Allianz, der die Fahne der Thüga hochhält, wenn sich die Vertreter einmal im Monat treffen. „Die Thüga-Gruppe hat einen guten Ruf beim Thema PtX“, findet er. „Wir sind durch die Power-to-Gas-Demonstrationsanlage in Frankfurt am Main einer der ersten in Deutschland gewesen, der Erfahrungen mit der Technologie gesammelt habt. Zudem haben wir die dena-Leitstudie ‚Integrierte Energiewende‘ begleitet und beschäftigen uns intensiv mit den Chancen und Risiken der Dekarbonisierung – sei es im Projekt Let’s go green 2030 oder im Thüga-Arbeitskreis Energiepolitik.“

Grafische Darstellung der Phasen des Markteinführungsprogramms der PtX-Allianz (https://www.ptx-allianz.de/)

Gute Voraussetzungen also, um im Kreis der unterschiedlichen Teilnehmer gehört zu werden. So verschieden die Branchen und Zielsetzungen sonst sein mögen – bei der PtX-Allianz eint sie ein Ziel: mithilfe von grünem Wasserstoff und den daraus gewonnenen Produkten den CO2-Ausstoß zu reduzieren und fossile Energieträger schrittweise zu ersetzen. „Ambitionierter Klimaschutz wird ohne die Nutzung von Power-to-X-Technologien nicht möglich sein“, heißt es in einem Papier der Allianz. Das Papier mit einem Markteinführungsprogramm hat die PtX-Allianz im April 2019 in Berlin Vertretern des BMWi und Abgeordneten des Bundestags vorgestellt. Die Technologie ist aber gar nicht die eigentliche He­rausforderung – PtX-Technologie und die Einspeisung von grünem Wasserstoff ins Gasnetz werden bereits seit Jahren in zahlreichen Forschungsanlagen getestet. Die eigentliche Herausforderung ist ihre Wirtschaftlichkeit – und die ist im Moment nicht gegeben. Deswegen hat die PtX-Allianz Forderungen an die Politik für ein Markteinführungsprogramm gestellt. „Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass die Erzeugung von grünen synthetischen Energieträgern wie Wasserstoff anderen Technologien zur CO2-Vermeidung gleichgestellt wird“, erklärt Friebe.

Gewaltiger Zuwachs geplant

Die Zeit für eine mögliche Förderung des Markteinführungsprogramms ist günstig: „Das Bundeswirtschaftsministerium zeigt wieder Interesse an Gas“, sagt Friebe. „Es hat vor Kurzem einen Runden Tisch Gas 2030 initiiert, eine Diskussionsplattform, um im Ministerium nach der Ära Baake wieder Grundlagenwissen rund ums Thema Gas aufzubauen.“ Außerdem überlegt man sich in Berlin, eine Batteriezellenfabrik in Deutschland zu errichten, die Arbeitsplätze schaffen würde – warum sollte man dies nicht auch durch den Bau von Power-to-Gas-Anlagen erreichen können. Um wirklich herauszufinden, in welcher Größenordnung PtX-Technologie zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und damit zur Energiewende in allen Sektoren beitragen kann, braucht es nun politischen Willen – und die Bereitschaft, einige Milliarden in die Hand zu nehmen.“

Zur Website der PtX-Allianz: https://www.ptx-allianz.de/