Thüga ruft die Politik auf zu handeln: In einem Positionspapier schlägt sie fünf Maßnahmen vor, wie durch mehr erneuerbares Gas weniger CO2 im Wärme- und Verkehrsbereich ausgestoßen werden kann. Eine zentrale Forderung: die Einführung einer Quote für erneuerbare Gase.

Die EU strebt eine Reduktion der Treibhausgase an. Aktuell sind alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, individuelle Ziele und Maßnahmen zu entwickeln. „Länder, die ihren CO2-Ausstoß nicht schnell genug reduzieren, müssen einen Ausgleich an erfolgreiche EU-Mitgliedsstaaten zahlen. In der Konsequenz heißt das, der Absatz von fossilem Gas wird zukünftig sinken“, so Dr. Christian Friebe von der Thüga-Stabsstelle Energiepolitik. Diese Entwicklung wird sich langfristig negativ auf das Kerngeschäft der Stadtwerke auswirken. Deshalb hat sich die Thüga in die politische Debatte eingeschaltet. Im Juli veröffentlichte sie ein Positionspapier, das vom Arbeitskreis Energiepolitik erstellt wurde. Es zeigt, wie die CO2-Emissionen in Deutschland durch den Einsatz erneuerbarer Gase zügig und kostengünstig reduziert werden können. „Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich die Treibhausgasemissionen insbesondere im Gebäude- und Verkehrsbereich effektiv und effizient senken. Damit könnte Deutschland die drohenden Ausgleichszahlungen vermeiden“, sagt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga.

Demonstranten halten ein Schild mit der Aufschrift Stop talking hoch; Foto: Markus Spiske, unsplash

Mit ihrem Fünf-Punkte-Plan für erneuerbares Gas fordert Thüga die Politik auf, beim Klimaschutz zu handeln.

Fünf Punkte – eine Quote

Das Positionspapier enthält einen Fünf-Punkte-Plan für mehr erneuerbares Gas. Die Maßnahmen funktionieren sowohl im Zusammenspiel als auch jede für sich. Die in dieser konkreten Form erstmals geforderte Quote sieht für Sektoren, deren CO2-Emissionen nicht über den Emissionshandel ausgeglichen werden, einen Anteil erneuerbarer Gase von 25 Prozent bis zum Jahr 2030 vor. Darüber hinaus ist ein Preis für CO2-Emissionen in den Sektoren erforderlich, die nicht unter den Emissionshandel fallen. Dabei sollte sich die Höhe des CO2-Preises am EU-Emissionshandel orientieren. Alle Sektoren würden damit beim Ausstoß von CO2 gleichbehandelt. Außerdem enthält das Positionspapier den Vorschlag, den Anteil von Wasserstoff in der Gasinfrastruktur zu steigern und Power-to-X-Anlagen weiter auszubauen. Das Marktanreizprogramm der Power-to-X-Allianz, in dem sich die Thüga gemeinsam mit Partnerunternehmen engagiert, ist dabei ein wichtiger Meilenstein. Zusätzlich sollten die Gasnetze durch die entsprechende Technik auf die steigenden und schwankenden Wasserstoffanteile vorbereitet werden. Der Nutzen von erneuerbarem Gas im Wärme- und Verkehrssektor soll in den Regelwerken anerkannt werden. Damit entstehen für den Kunden Anreize, um mehr erneuerbares as zu nutzen als von der Quote verbindlich vorgegeben.

Dialog mit der Politik

Die Forderungen sind ein mutiger, aber gleichzeitig notwendiger Schritt für die Gasbranche. Rund 60 Partnerunternehmen aus der Thüga-Gruppe haben sie mit ihrem Logo unterzeichnet. Mit dem Papier unterstützt die Thüga die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende und engagiert sich für einen ambitionierten Klimaschutz, Technologieoffenheit in der konkreten Umsetzung sowie den Ausbau erneuerbarer Energien in allen Sektoren und Infrastrukturen. „Die Veröffentlichung unserer Forderungen für mehr erneuerbares Gas stieß bei Medien, Verbänden und öffentlichen Vertretern bislang auf sehr positive Resonanz. Aktuell kümmern wir uns verstärkt darum, die Positionen und Vorschläge der Thüga bei den politischen Entscheidern auf Bundes- und Landesebene zu vermarkten“, erklärt Friebe. „Auch dabei setzen wir auf das Know-how, die Kontakte und die Kooperation der Partnerunternehmen.“