Moderne Trafos schonen die Umwelt

Seit Anfang 2018 beschafft die Thüga-Gruppe neue Ortsnetztransformatoren. Diese erfüllen bereits jetzt eine Effizienz-Richtlinie, die erst 2021 in Kraft tritt.

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG regelt die maximal erlaubten Energieverluste von elektrischen Anlagen. Dazu zählen auch Transformatoren (Trafos). Ziel der Richtlinie: Die Energieversorgung noch umweltfreundlicher machen, denn eingesparte Verlustleistung bedeutet auch, dass weniger CO2 ausgestoßen wird. Ab Mitte 2021 gilt eine zweite Stufe der Ökodesign-Richtlinie, mit der die Anforderungen an die Trafo-Technik noch höher sind. Bei Transformatoren werden die Kurzschlussverluste (Pk) und Leerlaufverluste (P0) in Effizienzklassen eingeteilt, fast wie bei Haushaltsgeräten (von AAA bis C). Ab 2021 gelten als Mindestanforderung die Verlustwerte der Klassen AA0 und Ak.

Die Thüga-Gruppe setzt die zweite Stufe der Verordnung bereits 2018 um und beschafft ab Mitte des Jahres neue Transformatoren nur, wenn sie die Richtlinie bereits erfüllen. Dazu sind Rahmenverträge mit Herstellern vereinbart. Die Herausforderung für die Hersteller bestand bei den Thüga-Anforderungen darin, Energieeffizienz mit ansonsten gleichbleibenden technischen Spezifikationen zu vereinen.

Energieeffizienz bedeutet Gewicht

Geringere Verlustleistungen erfordern mehr Materialeinsatz. Deshalb sind effiziente Transformatoren bei gleicher Leistung größer und durch den höheren Materialaufwand auch schwerer. Beim Austausch von bestehenden Anlagen hatten Netzbetreiber bisher Probleme, Transformatoren mit gleicher Leistung durch Verlustoptimierte zu ersetzen. Das Ergebnis: Die neuen Trafos passten teilweise nicht in die bestehenden Netzstationen.

Gemeinsam mit einem Lieferanten hat die Thüga das Problem gelöst. Der Transformatorhersteller Sächsisch-Bayerische Starkstrom-Gerätebau GmbH (SBG Neumark), Hauptlieferant der Thüga-Gruppe für die Standardleistungsklassen, hat seine Transformatoren überarbeitet. Die SBG-Trafos passen, dank Design-Optimierungen, jetzt auch in die vorhandene Infrastruktur.

Mit steigender Last (Lastfaktor = LF) nehmen auch die Verluste eines Transformators zu. Die Differenz zwischen grüner und blauer Linie ist die Menge an Energie, die mit den neuen Trafos eingespart wird.

Vorzeitige Umsetzung spart Energie und schützt Umwelt

Vor Mitte 2021 setzt die Thüga-Gruppe bereits ungefähr 1.600 verlustoptimierte Transformatoren Thüga ein. Über alle Leistungsklassen von 50 kVA-1.600 kVA. Die Transformatoren erfüllen die Anforderungen der Klasse AA0 / Ak. Seit Anfang der 90er Jahre setzt die Thüga-Gruppe verlustreduzierte Trafos der Verlustkombination A0 / Bk ein. Im Vergleich zu diesen spart ein neuer, optimierter Trafo pro Jahr etwa den Stromverbrauch eines Haushalts mit vier Personen ein: 3.500 Kilowattstunden Verlustleistung werden pro Anlage und Jahr vermieden. Dass die neue Technologie rund ein Drittel mehr in der Anschaffung kostet, nehmen die Unternehmen der Thüga-Gruppe in Kauf. Denn dafür sinken die Aufwände in der Beschaffung der Verlustenergie.

Auch für die Umwelt lohnen sich die neuen Transformatoren: Hochgerechnet auf die Thüga-Gruppe sparen die Anlagenbetreiber bis 2021 5,5 Gigawattstunden (GWh) Energie. Beim aktuellen Strom-Mix in der Bundesrepublik wird so der Ausstoß von etwa 3.000 Tonnen CO2 vermieden. Denn: Der eingesparte Strom muss nicht erzeugt werden.