Energiewende & Dekarbonisierung

Erdkabel: AGS auf dem Vormarsch

 
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Energiewende & Dekarbonisierung | 18.10.2017

Erdkabel: AGS auf dem Vormarsch

Kabel innovativ in die Erde bringen: daran arbeiten die Stadtwerke Stade gemeinsam mit der AGS Verfahrenstechnik GmbH mit Hochdruck. Sie sind dabei schon ein ordentliches Stück weitergekommen. Neben dem bestehenden Deutschlandpatent wird zum Ende des Jahres auch das europäische Patent stehen. Damit wird eine internationale Vermarktung attraktiver.

Die AGS-Teststrecke bei Stade

Was ist AGS

AGS steht für auftriebsgestütztes Slipping. Ein Kabeltransportrohr mit innenliegendem Kabel wird in ein wassergefülltes Leerrohrsystem ‚eingeschwommen‘. Das bringt Vorteile wie größtmögliche Kabellängen, erheblich schmalere Trassen, ein hohes Maß an Reversibilität und den passiven Kühleffekt durch das Wasser. Bei der Weiterentwicklung der aktiven Kühlung über ein patentiertes Wärmetauschersystem sind Trassen von weniger als zwei Metern Breite möglich.

Mehr Preise, als einer tragen kann, hat die AGS – an der die Stadtwerke Stade beteiligt sind – in den vergangenen Monaten eingeheimst: Sie ist Preisträger des Energy Awards, der Initiative „Deutschland –Land der Ideen“ und unter den Top 5 des Hermes Awards, einer der bedeutendsten Industriepreise weltweit. Das ist gut für’s Image – aber für ein erstes konkretes Projekt braucht es noch einen Partner.

Olaf Schacht von den Stadtwerken Stade bei der Verleihung des Energy Awards.

Im Dauereinsatz

Deshalb sind alle AGS-Verantwortlichen im Dauereinsatz. Sie empfangen Besucher an ihrer Stader Teststrecke, Kabelhersteller, Politiker und Netzbetreiber. Auch Bundesnetzagentur-Chef Jochen Homann mit seinen Fachingenieuren war schon da. Und sie sind landauf, landab unterwegs. „In den letzten Wochen haben wir an Antragskonferenzen für SuedLink in diversen Landkreisen teilgenommen“, erklärt Olaf Schacht von den Stadtwerken Stade. SuedLink ist die geplante Gleichstromleitung von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg. „Dort stellen wir die AGS-Technik und die Vorteile dar, um die betroffene Öffentlichkeit von unserer Technologie zu überzeugen.“ Auf diesen Konferenzen kommen Träger öffentlicher Belange, Vereinigungen sowie interessierte Bürger zusammen, um Stellungnahmen zu den geplanten Korridoren abzugeben.

Christoph Born, Geschäftsführer Stadtwerke Stade (Mitte), empfängt Jochen Homann (ganz links) an der Teststrecke in Stade.

Neben der Gleichstromtrasse SuedLink gibt es weitere Bauvorhaben für Drehstromleitungen in konventioneller Kabel- oder Freileitungstechnik. „Das Vorhaben im Teutoburger Wald trifft auf großen öffentlichen Widerstand“, berichtet Christoph Born, Geschäftsführer der Stadtwerke Stade. „Wir sind im Kontakt mit der Politik, um dieses Vorhaben als Pilotprojekt für AGS zu gewinnen. Das ist nicht einfach, da die Planungen durch den Übertragungsnetzbetreiber schon sehr weit sind, aber wir sind intensiv dran.“

Überzeugungsarbeit bei den ÜNB

Bei den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) ist die AGS-Verfahrenstechnik oft im Gespräch. Aber: „Die Wege sind lang“, bestätigt Olaf Schacht. „Sie fordern thermodynamische Nachweise, dass die Wärmeabfuhr funktioniert. Darüber hinaus kümmern wir uns gerade um eine Zertifizierung durch den TÜV. Auch für die aktive Kühlung ist ein praktischer Nachweis gewünscht.“ Die Stader Teststrecke könnte diesen liefern. Was theoretisch voll durchdacht ist, kostet aber auch Geld. „Idealerweise müssten wir, wenn wir die aktive Kühlung an unserer Teststrecke durchführen, einen Abnehmer für diese Wärme haben“, so Schacht. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt Stade, ein geplantes Schulzentrum in einem Pilotprojekt über eine Teststrecke mit dieser Wärme zu versorgen.“

Die AGS-Teststrecke bei Stade

Was ist AGS

AGS steht für auftriebsgestütztes Slipping. Ein Kabeltransportrohr mit innenliegendem Kabel wird in ein wassergefülltes Leerrohrsystem ‚eingeschwommen‘. Das bringt Vorteile wie größtmögliche Kabellängen, erheblich schmalere Trassen, ein hohes Maß an Reversibilität und den passiven Kühleffekt durch das Wasser. Bei der Weiterentwicklung der aktiven Kühlung über ein patentiertes Wärmetauschersystem sind Trassen von weniger als zwei Metern Breite möglich.

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