Energiewende & Dekarbonisierung

E-Mobil in der Spur

 
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Energiewende & Dekarbonisierung | 29.06.2017

E-Mobil in der Spur

Beim Rennen um die Elektromobilität sind viele am Start, die damit punkten wollen. Wer in Zukunft aufs Siegertreppchen will, muss jetzt einsteigen. Die Thüga unterstützt ihre Partnerunternehmen, ganz vorne dabei zu sein.

Eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020. Im Mai musste die Bundeskanzlerin einsehen, dass ihr ambitioniertes Ziel nicht zu erreichen ist. Das Fördermittelprogramm für E-Fahrzeuge wird nicht so angenommen wie von der Politik gewünscht. Aber: Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos ist im Vergleich zum Vorjahr um 106 Prozent gestiegen, die der Hybridfahrzeuge um 44 Prozent. Städte und Kommunen stehen aufgrund der Schadstoffbelastung unter Handlungszwang. Auch die Automobil­industrie schwenkt in Richtung E-Mobilität. Für die Energiebranche enthält sie Kundenbindungspotenziale und Wachstumschancen. Und: Ebenfalls gefördert wird der Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur, was auch für die Thüga-Gruppe wichtig ist. 300 Millionen Euro sind bis 2020 hier von der Regierung eingeplant.

Für die Unternehmen der Thüga-Gruppe ist Elektromobilität ein strategisches Handlungsfeld mit langfristiger Ausrichtung. Viele wollen massiv in Infrastruktur investieren und ihren Fuhrpark mit E-Autos ausbauen. „Wichtig ist, das Thema ganzheitlich anzugehen“, sagt Dr. Thorsten Gliniars, Leiter des Thüga-Projekts Elektromobilität. Deswegen ist das Thüga-Projektteam bereichsübergreifend aufgestellt, mit dabei sind Kollegen aus den Bereichen Energiewirtschaft, Netze und Einkauf, Innovationsmanagement, Unternehmensentwicklung und Recht.

Das Geschäft nicht wegnehmen lassen

„Die Energiebranche kann sich grundsätzlich über den Hype der Elektromobilität freuen“, sagt Stefan Häuserer, Thüga-Abteilung Netztechnik. „Das ist die erste Technologie seit Langem, die wieder zu mehr Absatz führt.“ Ein Elektrofahrzeug braucht ungefähr 3.500 kWh Strom – genauso viel wie ein durchschnittlicher Haushalt. Genau hier können die kommunalen Energieversorger ansetzen, denn Stromverkauf und Netzinfrastruktur sind schließlich ihr Geschäft. Aber: „Es ist wichtig, dass wir das Geschäft nicht an uns vorbeiziehen lassen, sondern es jetzt angehen“, sagt Dr. Thorsten Gliniars, Abteilung Energiewirtschaft. Denn: Die Konkurrenz schläft nicht. Akteure aus unterschiedlichen Branchen versuchen in den Markt zu drängen. Der „Point of Sale“ für private Ladeboxen liegt in der Regel beim Autohändler, nicht beim kommunalen Stadtwerk, obwohl der Großteil der E-Autos über den Hausanschluss in der eigenen Garage geladen wird. „Das ist zum einen ein Monopolgeschäft für Netzbetreiber, dafür müssen diese aber die entsprechenden Übertragungskapazitäten zur Verfügung stellen“, sagt Häuserer. Und: Beim E-Autokauf wird der Stromvertrag gleich mit geschlossen – und zwar für das Laden des Autos und den Haushalt. „Somit gehen dem Stromversorger im Grunde zwei Kunden verloren. Hier müssen wir gegensteuern.“

Intelligent steuern

Ohne eine intelligente Steuerung in der Zukunft wird das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz zu Problemen bei der Netzbelastung führen. Laden alle E-Autos ungesteuert zur gleichen Zeit, beispielweise nach Feierabend um 18 Uhr, kommt es zu einer Lastspitze. „Entweder wird es der Markt lösen, wenn das Laden abends sehr teuer, nachts dafür aber sehr günstig ist“, sagt Häuserer, Abteilung Netztechnik. „Oder der Gesetzgeber muss Steuerungsmöglichkeiten für den Netzbetreiber einsetzen, ähnlich wie bei den erneuerbaren Energien.“ Intelligente Ladeinfrastruktur ist hier das Stichwort. Bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur sind derzeit noch keine großen Gewinne für kommunale Energieversorger drin. Noch fehlt die Masse an E-Fahrzeugen, um den Aufbau von Ladeinfrastruktur finanziell rentabel zu machen. Ein weiteres Problem: Konkurrenz durch branchenfremde Unternehmen. Auch Automobilhersteller bauen Schnellladesäulen an Autobahnen. Und: Von der Politik gibt es keine klare Regelung, was und wie abgerechnet werden darf. Die Thüga sieht den Vorteil in der Imagepflege: „Mit einer öffentlichen Ladesäule habe ich eine hohe Aufmerksamkeit, ich kann Werbeflächen nutzen und als Nebenprodukt meinen Strom verkaufen“, so Gliniars.

Thüga bietet breites Leistungsportfolio

Die Thüga unterstützt ihre Partnerunternehmen bereits mit verschiedenen Leistungen operativ und konzeptionell bei der Etablierung der Elektromobilität. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur steht im Fokus: Zum Betrieb und zur Abrechnung von öffentlicher Ladeinfrastruktur ist die Anbindung der Ladesäulen an ein IT-Backend notwendig, denn die Vernetzung von Ladesäulen untereinander ist heute besonders wichtig. Die Thüga hat sich deshalb an der smartlab Innovationsgesellschaft mbH beteiligt, die mit ladenetz.de bereits einen deutschlandweiten Ladesäulenverbund betreibt. Daneben bestehen auch Rahmenverträge für Wallboxen und AC-Ladesäulen. Außerdem unterstützt Thüga in der Netzplanung, der Durchführung von Standortanalysen und berät bei der Strategieentwicklung.

Chance durch innovative Geschäftsfelder

Neben diesen kerngeschäftsnahen Feldern eröffnen sich durch die Elektromobilität auch neue, innovative Geschäftsmodelle. Denn Mobilität ist in erster Linie ein lokales Produkt – und kann somit von Stadtwerken als Wettbewerbsvorteil genutzt werden. So spielt das gestiegene ökologische Bewusstsein vieler Menschen genauso wie der Trend zum Teilen bei der Elek­tromobilität eine Rolle – mit Konsequenzen. „Mobilität in der Zukunft heißt, dass es mir egal ist, wie ich von A nach B komme. Hauptsache, ich kann den schnellsten und effizientesten Weg nutzen“, sagt Evamaria Zauner aus dem Innovationsmanagement. „Das kann heute das Auto sein und morgen der Zug.“ Besonders Car-Sharing, auch mit Elektrofahrzeugen, ist für viele Partnerunternehmen interessant. Oder die Inte­gration von Elektroautos in den öffentlichen Nahverkehr. Diese Geschäftsmodelle helfen, die Attraktivität von E-Fahr­zeugen zu erhöhen. Hier laufen bereits Pilotprojekte mit Partnerunternehmen, um Ansätze zur kommunalen Mobilität der Zukunft zu testen.

Ziel: Ready-to-use

Damit es für Thüga-Partnerunternehmen möglichst einfach ist, in das Geschäftsfeld Elektromobilität einzusteigen, will das Thüga-Projekt die Elektromobilität „ready-to-use“ anbieten. Es wird ein Set an Tools, Methoden und Verträgen bereitgestellt, die gleich genutzt werden können. Viele Partnerunternehmen haben bereits eigene Projekte umgesetzt, vor allem in die Infrastruktur wollen viele investieren: „Hier sind Zuwächse von bis zu 500 Prozent in den nächsten fünf Jahren geplant“, sagt Gliniars. Auch ihren Fuhrpark wollen die meisten Partner­unter­nehmen mit E-Autos ausbauen. Die Thüga unterstützt perspektivisch durch eine Fördermittelberatung, Rahmenverträge oder technische Beratung. Bereits jetzt „ready-to-use“ ist das Elektroauto der Thüga, ein BMW i3.

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