Einsparpotenziale schlummern oft im Verborgenen. Auch beim Betrieb von Windkraftanlagen. „Hier sind Wartung und Instandhaltung der größte Kostentreiber“, erklärt Gabriele Schmidt, bei der ESWE Versorgung im Bereich Windenergie unter anderem als Geschäftsführerin mehreren Windparkbeteiligungen tätig, die gemeinsam mit der Thüga Erneuerbare Energien (THEE) betrieben werden. „Mit einem einzelnen Park sahen wir jedoch nur eine geringe Möglichkeit, signifikante Einsparungen zu erzielen.“ Aus dieser Erkenntnis entstand die Idee, gemeinsam mit dem Thüga-Kompetenzteam Einkauf ein Projekt zur Optimierung von Wartungsverträgen innerhalb der Thüga-Gruppe zu starten.

Runter bei den Kosten, hoch bei der Qualität

Warnleuchten machen die Windkraftanlage sichtbar für Flugzeuge – vor allem bei Nacht.

Nach einer Bestandsaufnahme der Windkraftanlagen in der Gruppe wurden bestehende Verträge gesichtet und bewertet sowie eine Strategie zur Kosteneinsparung entwickelt. Ziel: mindestens zehn Prozent weniger Wartungskosten bei optimierten Vertragsbedingungen und mehr Wartungsqualität. Im Laufe des Projekts entstanden in Zusammenarbeit mit den Experten im Bereich Windenergie von ESWE, Mainova, N-ERGIE, Städtische Werke Kassel, TEAG und THEE standardisierte Wartungsverträge für Windenergieparks.
Nicht alle können aus ihren laufenden Verträgen aussteigen. Aber: Für fünf Windparks hat das Projektteam die Wartungsverträge in einem Pilot neu verhandelt. „Wir haben bessere Bedingungen ausgehandelt, etwa eine höhere Verfügbarkeitsgarantie“, sagt Klaus Pöhner vom Thüga-Einkauf. Und eine erhebliche Kosteneinsparung – verteilt auf die nächsten 15 Jahre. Ein Erfolg für die beteiligten Thüga-Partnerunternehmen – und Druck auf die bestehenden Wartungsdienstleister: „Wir haben den Markt belebt“, sagt Schmidt. „Gemeinsam lässt sich hier aber noch viel mehr Potenzial heben.“ Anfang 2021 soll eine neue Windpark-Bestandsaufnahme in der Thüga-Gruppe erfolgen, um Kandidaten für eine zweite Ausschreibung zu finden. Denn das Ziel von zehn Prozent Einsparung im Pilot wurde sogar noch übertroffen.