FTTH – Fibre to the Home: So heißt die Technologie, mit der der Energieversorger eins energie in Sachsen GmbH & Co. KG sein Glasfasernetz in Chemnitz und der Region Südsachsen ausbaut. Der gezielte Breitbandausbau symbolisiert die Strategie des Unternehmens, neue Geschäftsfelder zu erschließen

Rund 58.000 Haushalte hat eins seit 2012 an sein Glasfasernetz in Chemnitz angeschlossen, 1.200 weitere in Bad Elster. In den nächsten Monaten kommt noch ein Netz in Amtsberg dazu. Das Besondere: eins wird hier nicht nur als Infrastrukturdienstleister, sondern auch als Betreiber fungieren – ein weiterer Schritt des Unternehmens führender Internetanbieter der Region zu werden. „Der Ausbau unseres Glasfasernetzes ist ein großer Erfolg für uns“, betont Roland Warner, Vorsitzender der eins Geschäftsführung. „Schnelle Internetanbindungen gehören heute so selbstverständlich zum Leben wie Strom, Erdgas oder Wasser.“

Der Versorger eins hatte bereits 2011 erkannt, wie zukunftsweisend die Technologie ist und sich den Breitbandausbau auf die Fahnen geschrieben. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom machte den Ausbau möglich: „Wir agierten als Infrastrukturdienstleister, die Deutsche Telekom als Betreiber“, erklärt eins-Mitarbeiter Thomas Neef von der Abteilung Kommuninkationstechnik, der 2012 Projektleiter des Glasfaserausbaus war. „Damals war es noch sehr ambitioniert, die FTTH-Technologie einzusetzen, bei der die Glasfaser direkt in die Wohnung verlegt wird. Aber wir wussten, dass die Zukunft in der Glasfaser liegt. Also haben wir den Medienwechsel gewagt und die alten Kupferleitungen des Bundespostnetzes aus den frühen 90er Jahren ersetzt.“ Der Vorteil von FFTH: Nicht nur die Breitbanden werden dadurch deutlich höher, sondern auch künftige Instandhaltungskosten spürbar reduziert. Neef: „Für die nächsten 30 Jahre haben wir jetzt Ruhe vor aufwendigen Tiefbauarbeiten in den Kommunen.“

Vorausschauendes Denken

eins profitierte zudem davon, dass sie bei vorherigen Infrastrukturmaßnahmen, wie beispielsweise bei Erneuerungen von Erdgasleitungen, Leerrohre mitverlegt hatte. Die konnten jetzt beim Glasfaserausbau in Chemnitz, Bad Elster und Amtsberg genutzt werden. „Zudem hatten wir das Glück, dass wir vor Ort erfahrene und vertraute Partner und Dienstleister hatten, mit denen wir seit Jahrzehnten sehr gut zusammenarbeiten“, sagt Neef. Ein weiterer Pluspunkt: „Die Wertschöpfung blieb und bleibt so in der Stadt und Region. Das gehört zu unserer Philosophie.“

Mit 200 Mbit/s in die Zukunft

eins aber begnügt sich nun nicht nur damit, als Infrastrukturdienstleiter das Glasfasernetz auszubauen. Ab diesem Frühjahr betreibt das Unternehmen das Glasfasernetz in Amtsberg. „Der Bund und das Land Sachsen haben 2016 mehrere Milliarden Euro für den Breitbandausbau bereitgestellt“, erklärt Neef. Nach einer Ausschreibung durch das Land Sachsen wurde vor einem Jahr der Energieversorger eins als erster Betreiber für das ländliche Glasfasernetz ausgewählt. „Das Amtsberger Projekt ist Leuchtturm und Pilot zugleich für Sachsen“, freut sich eins-Chef Roland Warner. „Künftig werden die Amtsberger Bürger Internetleistungen in Lichtgeschwindigkeit beziehen können.“ In Klartext bedeutet das: Unbegrenztes Internet, IP-Fernsehen, Einbindung von Hausgeräten, wie Alarmanlagen und Lichtsteuerungen. Warner: „Auch für das Gewerbe bringt das Glasfasernetz einen entscheidenden Standortvorteil.“

Fördermittel machen es möglich

„Der Telekommunikations-Markt ist heiß umkämpft, umso wichtiger ist es, dass wir uns als eins positionieren“, betont Neef. „Ein Breitbandausbau auf dem Land ist sehr teuer. Wir können nur durch die Fördermaßnahmen des Bundes und des Landes das Glasfasernetz in Amtsberg betreiben.“ Mit dem Glasfaserausbau erfüllt eins ihre ambitioniert gesteckten Ziele, die sie sich 2010 nach der Fusion der Stadtwerke Chemnitz mit der Erdgas Südsachsen gesetzt hatte: Weitere Geschäftsfelder zu entwickeln, um neue Umsatzerlöse zu generieren. Neef: „Durch die neuen Dienstleistungsprodukte wie Internet, Telefon, IP-Fernsehen, bauen wir zudem den Endkundenkontakt aus.“ Die Bürger von Amtsberg werden sich in Kürze auf jeden Fall freuen, wenn das Glasfasernetz in Betrieb genommen ist. „Bislang konnte nur etwa einer von zehn Haushalten in Amtsberg mit 50 Mbit/s surfen.“

Digitale Produkte

Der Ausbau des Glasfasernetzes geht einher mit der Erweiterung der Angebotspalette um digitale Produkte: Kunden können Internet, Telefon und bald auch Fernsehen mit eins erleben. eins@home heißt das neue Produkt, das den Bürgern in Chemnitz und Umgebung zur Verfügung steht. „eins@home garantiert Geschwindigkeiten von bis zu 200 Megabit pro Sekunde im Download und bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Upload, erklärt Neef. Bei Bedarf können auch Bandbreiten von 1 Gbit/s angeboten werden. Der Mehrwert für Bürger und Gewerbe liegt auf der Hand, findet Warner: „Mit dem Betrieb von Glasfasernetzen tragen wir dazu bei, attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume zu erhalten, zu gestalten und langfristig voranzutreiben. Jetzt können wir unseren Kunden unsere Internetprodukte mit garantierten Bandbreiten anbieten.“