Öffentliches WLAN in Bussen und Bahnen ist in der Thüga-Gruppe ein Thema mit hoher Priorität. Bei der VAG Verkehrs-Aktien­­gesellschaft Nürn­berg läuft dazu ein Projekt. Mit großem Erfolg.

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Béatrice Angleys

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Nürnberg macht sich derzeit einen Namen als Surferparadies. Aber die Kanuten, Ruderer und Segler auf dem großen Dutzendteich müssen sich ihr Metier nicht mit ambitionierten Wellenreitern teilen. Die Surfer treffen sich in Bussen und Bahnen der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, ausgerüstet mit Smartphones oder Tablets.

Volle Leistung

Markus Schillinger leitet das Projekt „WLAN bei der VAG“ gemeinsam mit Andrea Wagner von der VAG. Schillinger ist IT-Experte und arbeitet bei der VAG-Schwester N-ERGIE IT. Letztere ist für die IT in beiden Unternehmen verantwortlich. „Volle Leistung für die Nutzer, das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben“, erklärt Schillinger. „Wir setzen unlimitierte LTE-Karten ein und drosseln das Datenvolumen auch nach längerer Onlinezeit der Fahrgäste nicht. Sie können sich dadurch zum Beispiel Youtube-Videos in höchster Qualität ansehen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor in unserem Projekt.“

Kontinuierlicher Prozess

Gestartet ist die VAG Anfang 2017 mit dem Ziel, die gesamte Busflotte umgehend mit öffentlichem WLAN (Ö-WLAN) auszustatten. Bis Ende 2017 waren dann tatsächlich alle 178 Busse der VAG mit Routern ausgerüstet. Weitere 30 Fahrzeuge privater Busunternehmer folgten bis März 2018. Stand Oktober 2018 verfügten 220 Busse und vier Straßenbahnen über Ö-WLAN. Der erste U-Bahn-Zug ist für Mitte 2019 geplant. „Das ist ein laufender Prozess“, erklärt Andrea Wagner. Und funktioniert so: Alle Neufahrzeuge, die im VAG-U-Bahn-, Bus- und Straßenbahnnetz eingesetzt werden, sind mit Ö-WLAN-Infrastruktur ausgestattet. Fahrzeuge, die für ein Redesign in die Werkstatt kommen, werden ebenfalls mit Routern ausgerüstet. „Im Bus ist die gesamte Technik unsichtbar“, so Wagner. „In den Straßenbahnen erkennt man an der Fahrzeugdecke die Antennen, wenn man genau hinschaut.“

Alles ausgeleuchtet

13 Oberflächenstandorte und fünf U-Bahn-Stationen sind bisher mit Ö-WLAN „ausgeleuchtet“, wie der Fachmann sagt. 12 weitere folgen demnächst. Hauptbahnhof, Flughafen, Messe, Plärrer, Lorenzkirche als wichtigste Anbindung zum Christkindlesmarkt. „Bahnhöfe auszuleuchten ist deutlich aufwendiger als ein Fahrzeug“, erklärt Schillinger. „In einem normalen Bus brauchen wir einen Accesspoint, in Gelenkbussen zwei. In U-Bahnen gibt es pro Fahrzeugteil einen. In Straßenbahnen wird im Schnitt alle zwei Fahrzeugteile ein Accesspoint verbaut. Am Hauptbahnhof haben wir rund 20 installiert, damit die Nutzer überall unterbrechungsfreies WLAN genießen können. Der Aufwand, um alle Zwischengeschosse und Ecken auszuleuchten, ist hier deutlich höher.“

Doppelt genutzt

@mobiconnect, so der Name des Nürnberger Ö-WLAN, begeistert nicht nur rund 250.000 erreichte Fahrgäste pro Tag, Tendenz steigend. „Der Clou an diesem System“, so Schillinger, „ist die Nutzbarkeit der WLAN-Infrastruktur auch für interne, betriebliche Kommunikationsnetze. Über die gleiche Hardware laufen ein Kommunikationskanal fürs WLAN und ein zweiter für Betriebsdaten“. Dazu gehören Bildschirmdaten für Umsteigemöglichkeiten, Fahrzeugposition oder Videodaten der Kameraüberwachung. „Der technische Mehrwert und die Synergieeffekte sind sehr hoch. Das spart deutlich Kosten“, so der Projektleiter.

Werbung refinanziert Teil der Kosten

Apropos Kosten: Werbung heißt das Zauberwort, mit dem das Ö-WLAN sich später einmal refinanzieren könnte. Die VAG holte sich dafür die Firma abl social federation GmbH ins Boot. Sie stellt das Hintergrundsystem für die Vermarktung und akquiriert Werbepartner. „Wer sich bei uns einloggt, sieht erstmal eine kurze Werbung, bevor das WLAN freigeschaltet wird“, erklärt Wagner. „Wir befinden uns damit in einer Testphase: Wie viel Werbung akzeptieren die Nutzer für kostenloses Surfen? Wann schaltet man sie am besten? Und welche Firmen mit welchen Botschaften eignen sich?“ Werbung über Ö-WLAN ist für viele Unternehmen Neuland. „Die Sparkasse Nürnberg oder Brose Bamberg passen hier, weil sie als regionale Firmen den Nutzern bekannt sind und übergreifende Botschaften vermitteln. Puma, Adidas oder die Datev wären ebenfalls geeignete Werbepartner“, sagt Wagner. So testen sich alle Beteiligten gemeinsam voran. Nürnberg ist auf dem Weg zur smarten Surfercity.

Ö-WLAN attraktiv für Thüga-Partner

  • Partnerunternehmen können sich mit Ö-WLAN als Anbieter digitaler Infrastruktur positionieren.

  • Mit der Abschaffung der Störerhaftung entfallen rechtliche Hemmnisse.

  • Ö-WLAN schafft neue Kundenkontaktpunkte und die Möglichkeit zur Digitalisierung der Kundenbeziehung. Es stärkt die regionale Marke.

  • Die Attraktivität des ÖPNV und der Stadtwerke steigt (junge Kunden).

  • TSG baut und betreibt die Infrastruktur für Ö-WLAN erfolgreich bei verschiedenen Partnerunternehmen.

  • Das Kompetenzcenter Innovation der Thüga entwickelt Geschäftsmodelle, die auf dieser Infrastruktur aufbauen. Basierend auf den Erkenntnissen aus Nürnberg wird gerade ein Modell zur Ö-WLAN-Werbefinanzierung für alle Thüga-Partnerunternehmen umgesetzt.

  • Thüga hat mit der Ludwig-Maximi­lians-Universität München eine Umfrage zum Ö-WLAN durchgeführt: Endkunden wünschen Ö-WLAN auf öffentli­chen Plätzen und im ÖPNV. 33 Prozent verbringen täglich über 30 Minuten im ÖPNV, was die Akzeptanz von Werbung im Ö-WLAN erhöht. Die Finanzierung von Gratisinhalt über Werbung ist „gelernt“, ein einfaches Anmelden wichtig.