Strom, Gas und WLAN

Es gibt mehr und mehr öffentliche WLAN-Hotspots in Deutschland. Damit auch die Kommunen im Versorgungsgebiet der Thüga-Beteiligungen bald auf dem Marktplatz surfen können, bietet die Thüga ein White-Label-Angebot für Stadtwerke.

Bad Mergentheim, Selb, Marktredwitz, Langenfeld, Bad Hersfeld, Greven – die Bewohner von immer mehr Städten im Thüga-Versorgungsgebiet surfen im öffentlichen WLAN. Möglich ist das, weil die Bundesregierung entschieden hat, dass WLAN-Anbieter weitestgehend nicht mehr für Rechtsverstöße von Nutzern haften. Das Angebot von öffentlichem WLAN ist ein wichtiger Imagefaktor – sowohl für die Stadt als auch für die Stadtwerke, die auf diesem Weg einen neuen digitalen Kundenkontaktpunkt erhalten und nutzen können.

Gemeinsam WLAN-Angebote entwickeln

Um die Aktivitäten im Feld „Öffentliches WLAN“ voranzutreiben, arbeitet das Thüga Innovationsmanagement an dem Ausbau des öffentlichen WLAN und den entsprechenden Produktentwicklungen. „Es besteht eine rege Nachfrage, und immer mehr Kommunen treten an die Thüga-Partnerunternehmen bezüglich WLAN-Angeboten heran“, sagt Béatrice Angleys aus dem Thüga Innovationsmanagement. Deshalb hat die Thüga ein White-Label-Angebot entwickelt: Die technischen Grundlagen für Installation, Betrieb und Wartung von Hotspots im öffentlichen Raum bietet die Thüga SmartService GmbH. Die Thüga und ihre Partner identifizieren relevante und zukunftsfähige Geschäftsmodelle , konzeptionieren sie und setzen sie um. Das beinhaltet beispielsweise die Angebotsentwicklung für weitere Zielgruppen wie den Handel und das lokale Gewerbe sowie potenzielle Bündelprodukte. Außerdem wird auch an einem Konzept zur Fördermittelunterstützung gearbeitet – ein Bereich, für den sich aufgrund neuer Förderungsmöglichkeiten relevante Ansatzpunkte ergeben haben. Auch die Zahlungsbereitschaft beleuchtete die Thüga mithilfe einer Studie.

Erst zahlen, dann surfen

Laut des Norton Wifi Risk Reports können 46 Prozent der Handynutzer höchstens ein paar Minuten widerstehen, bis sie sich in ein öffentliches WLAN einloggen. Öffentlich surfen kommt gut an, doch wie lässt sich damit Geld verdienen? Ein Team der Ludwig-Maximilians-Universität München nahm in Koopera­tion mit der Thüga das Geschäftsmodell öffentliches WLAN unter die Lupe. Dafür führten die Studenten Interviews mit über 500 Bürgern und 20 Unternehmen durch. Die Fragestellung: Wie wünschen sich Bürger ein öffentliches WLAN, für welche Dienstleistungen würden sie bezahlen und wie könnten Erlösströme für die digitale Infrastruktur aussehen?

Keine Zahlungsbereitschaft

Das Ergebnis der Studie war eindeutig: Es gibt kaum Zahlungsbereitschaft für WLAN. Aber: WLAN-Nutzer würden es akzeptieren, vor dem Surfen Werbung anzusehen. Und noch etwas kam bei der Studie heraus: „WLAN hat eine enorme positive Imagewirkung für Stadtwerke und Stadt, ähnlich einem Sponsoring für Großevents“, sagt Wolfgang Kehrer, Projektmanager Thüga Innovationsmanagement. „Es lohnt sich also, in öffentliche WLAN-Hotspots zu investieren, denn normalerweise bekommen Kunden von Stadtwerken nur Rechnungen zu Gesicht.“

Erstes Pilotprojekt

In Alzey gibt es ein Pilotprojekt zu dem Thema Werbefinanzierung/Co-Sponsoring. Udo Beckmann, Geschäftsführer der e-rp, testet gemeinsam mit dem Innovationsmanagement bis Ende des Jahres verschiedene Arten von Software und unterschiedliche Werbemöglichkeiten. Kommendes Jahr soll das Projekt erste Erkenntnisse liefern. Für die Partnerunternehmen der Innovationsplattform veröffentlicht das Innovationsmanagement einen Leitfaden, der Handlungsempfehlungen und Orientierungshilfen für das Thema Öffentliches WLAN liefert.