Digitalisierung & Vernetzung

NEPAL in Deutschland

 
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Digitalisierung & Vernetzung | 07.09.2017

NEPAL in Deutschland

Das Messstellenbetriebsgesetz stellt Unternehmen vor neue Heraus­forderungen. In Zukunft müssen Verbrauchsabrechnungssysteme mit dem Gatewaysystem kommunizieren.

Die Voraussetzungen für den Smart Meter-Rollout zu schaffen, ist teuer und zeitaufwendig. Um Geld und Zeit zu sparen, gibt es in der Thüga-Gruppe die NEPAL + Kooperation. „Das Aufgabenpaket für den Messstellenbetrieb ist so umfassend – da ist es wichtig, zusammenzuarbeiten, wo es geht“, sagt Karin Schreier-Timmers, Leiterin der Hauptabteilung IT der ESWE Versorgungs AG. Sie ist Teil des NEPAL + Kreises. NEPAL steht für „Neue Einheit­liche Plattform für Abrechnungs-Lösungen“. Das Plus kam dazu als sich der – ursprünglich geschlossene – Arbeitskreis erweiterte. Mittlerweile arbeiten ESWE Versorgungs AG, eins energie in sachsen GmbH & Co. KG (inetz), Stadtwerke Hannover AG, N-ERGIE Aktiengesellschaft und RhönEnergie Fulda GmbH gemeinsam mit Conergos, der Thüga SmartService GmbH (TSG) und E-MAKS daran, dass SAP-Nutzer die Herausforderungen des Rollouts besser bewältigen können. Axel Falge, Bereichsleiter Conergos, erklärt, was dahinter steckt: „Wegen des Messstellenbetriebsgesetzes muss das Verbrauchsabrechnungssystem mit einem Gateway kommunizieren. Hier stehen alle vor der gleichen Herausforderung – also ist es am besten, auf eine gemeinsame Lösung zu setzen.“

Fit für Messdaten

Die gemeinsame Lösung ist „SAP Intelligent Metering for German Energy Utilities“ – kurz: SAP IM4G. Das Add-on macht das SAP-Abrechnungssystem fit für den Umgang mit Messdaten. Klingt einfach, doch hinter der Einbindung des Add-ons steht jede Menge Vorarbeit, denn zuerst müssen die bestehenden Prozesse analysiert und darauf die neuen aufgesetzt werden. In der Gruppe aufzutreten, hatte dabei einen großen Vorteil: „Gemeinsam haben wir etwas mehr als 3,8 Millionen Zählpunkte. Alleine hätten wir gerade mal zehn Prozent der Zählpunkte. So werden wir auch von SAP ganz anders wahrgenommen“, sagt Schreier-Timmers. Und so saßen die beteiligten Unternehmen mit einem Vertreter von SAP an einem Tisch und beleuchteten die technischen Voraussetzungen für die Integration des Add-ons. „Wir haben einen Riesen­wissens­­pool erarbeitet“, sagt Falge.

Zeit und Geld sparen

Das erarbeitete Wissen spart Energieversorgern in Zukunft jede Menge Zeit. Denn das Customizing – also die Anpassung von SAP IM4G an die Grundbedürfnisse der einzelnen Energieversorger – ist dank NEPAL + zum Großteil schon erledigt. So kann das Gatewaysystem von TSG mit standardisierten Schnittstellen schnell angebunden werden. „Das lohnt sich. Sonst müsste das jeder für sich machen, wodurch viel mehr Kosten und Zeitaufwand entstehen würde “, sagt Schreier-Timmers. Falge ist begeistert von der Zusammenarbeit: „Es ist ein Alleinstellungsmerkmal, dass wir innerhalb kürzester Zeit Fach- und IT-Know-how an einen Tisch bringen und gemeinsame Lösungen finden können.“

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