Intelligente Messsysteme gibt es nur mit zertifizierten Gateways

Alle bereiten sich auf den Rollout vor, doch bei den Gateways hakt es derzeit noch. Die Hersteller müssen ihre Geräte vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizieren lassen. Johannes Wieser von der Thüga-Technik hat die aktuellsten Informationen auf der E-World eingesammelt: „Nur ein Hersteller sagt derzeit, dass er die Zertifizierung noch bis Ende des ersten Quartals 2018 schafft“, fasst Wieser zusammen. „Alle anderen werden bis zum zweiten oder sogar dritten Quartal soweit sein.“ Die Gründe hierfür sind vielschichtig. So ist die Zertifizierung ein komplexes Verfahren, bei der zusätzlich noch eine Abstimmung zwischen BSI und Physikalisch-Technischer Bundesanstalt (PTB) notwendig ist. Thüga spricht derzeit mit fünf Gateway-Herstellern über einen Rahmenvertrag. Mit weiteren Herstellern ist die THüga SmartService (TSG) permanent im Gespräch bezüglich der möglichen Integration der Geräte in die GWA-Leitstelle. „Auf der E-World konnte ich mit allen auch den Bestellprozess abstimmen, der künftig ein wichtiger Anhang zum Rahmenvertrag sein wird“, so Wieser.

Präsentierte ihre Leistungen auf der E-World: Die Thüga SmartService GmbH (TSG).

Bestellprozess als Standard

Denn der Bestellprozess für die häufigste Variante von Gateways mit Mobilfunk-Kommunikation ist komplex, regelt er das Zusammenspiel zwischen vier Akteuren: Stadtwerk, Gateway Administrator, Hersteller und Telekommunikations-Provider. Letzterer stellt die SIM-Karte für die Datenkommunikation bereit. „Wir haben einen Standardprozess für die Bestellung von Smart Meter Gateways entwickelt. Wir denken, dass dieser sich als Standard in der Branche etablieren wird. Und das BSI hat diesen Prozess bereits akzeptiert“, so Andreas Gluth von der TSG. Johannes Wieser konnte auf der E-World auch noch einmal alle Hersteller daran erinnern, wie wichtig die Kompatibilität ist: „Alle Gateways sollten mit allen Zähler-Typen kompatibel sein und in jeder Kombination miteinander kommunizieren können.“ A propos Zähler: sieben Anbieter moderner Messeinrichtungen hat Thüga schon bemustert und präqualifiziert. Die Rahmenverträge sind abgeschlossen und laufen bis Ende 2019.

Der Rollout-Zeitplan:

  • moderne Messeinrichtungen: Rollout ab sofort für Kunden mit jährlichem Verbrauch < 6.000 kWh

  • Intelligente Messsysteme: Rollout ab Startschuss BSI für Kunden mit jährlichem Verbrauch > 10.000 kWh

  • Intelligente Messsysteme: Rollout ab 2020 für Kunden mit jährlichem Verbrauch > 6.000 bis 10.000 kWh