Straßenlampen sind nur zum Leuchten da. Wer das noch denkt, wird jetzt eines Besseren belehrt. Am Bahnhof in Bürstadt (Hessen) können Straßenlampen künftig auch freie Parkplätze erkennen, WLAN-Hotspot sein und Sharing-Angebote koordinieren. Licht ist nur noch einer von vielen Anwendungsfällen.

Nicht jede Lampe muss intelligent sein: Nur 44 von mehr als 100 neuen Straßenlampen reichen aus, um den Bahnhofsvorplatz von Bürstadt in der Nähe von Worms „smart“ zu gestalten. Ziel des Projekts war es, den bisher stiefmütterlich behandelten Bahnhof aufzuwerten. „Es sollte einfach ein modernerer, zeitgemäßer Bahnhof werden“, so Nupur Saxena-Buck vom Kompetenzcenter Innovation der Thüga, die das Projekt begleitet. Und da können sich nun einige Bahnhöfe ein Scheibchen abschneiden.

Straßenlampe hilft auch beim Parken

In Bürstadt werden jetzt die Parkplätze von den Lampen „ausgeleuchtet“ – im doppelten Sinne. „Die Straßenleuchte wandelt sich von der reinen Lichtquelle zum intelligenten System,“ sagt Geschäftsführer Thomas Erfert von der Straßenbeleuchtung Rhein Main GmbH, die das Projekt in Bürstadt umgesetzt hat. Neben dem reinen Licht hilft eine in die Lampe eingebaute Radartechnik, auch bei Helligkeit freie Parkplätze zu erkennen. Sie scannt die Parkplätze ab und stellt die Parksituation grafsch in einer eigens dafür programmierten App dar. Die Lampen koordinieren auch Leihfahrräder vor Ort, und weitere Sharing-Systeme sind geplant. Integriertes WLAN komplettiert das Angebot, über einen Notknopf kann man im Fall der Fälle sogar Hilfe holen. „Es ist eine der ersten Smart City-Anwendung der Thüga, die so viele Sensoren in einer Lampe kombiniert“, erklärt Saxena-Buck. Sie hofft, dass bis zum Jahresende noch weitere Projekte bei Thüga-Partnern hinzukommen.

Smart Parking als Rahmenvertrag

Für das intelligente Parken hat die Thüga ab sofort zwei neue Rahmenvertragspartner rund um Smart City im Programm. „Mit der Continental AG und AI Park haben wir zwei Anbieter ausgewählt, mit denen wir das gesamte Spektrum rund um Smart Parking umsetzen können“, sagt Saxena-Buck. Für jede vorstellbare Anwendung bei den Partnerunternehmen gibt es nun eine Lösung. In einer Webkonferenz hat die Thüga den neuen Service auch der Innovationsplattform bereits vorgestellt.