Digitalisierung – welche Projekte gibt es schon?

Mit der Stabstelle „IT-Management und Digitalisierung“ hat die Thüga eine extra Abteilung für Digitalisierungfragen. Doch die Digitalisierung hat schon begonnen. Marketing & Vertrieb haben 2015 erkannt, wie wichtig die Entwicklung ist und prompt reagiert. Jetzt stehen sie Partnerunternehmen mit Rat und Tat zur Seite.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die einzelnen Geschäftsfelder aus? Diese Frage stellten sich die Abteilungen Vertrieb und Marketing der Thüga schon Mitte 2015. Damit waren sie Vorreiter in Sachen Digitalisierungsstrategie. „Bei unserer Recherche haben wir erkannt, dass das Thema wegen der Kundenschnittstellen in dem Bereich Marketing und Vertrieb besonders wichtig ist“, sagt der Leiter der Energiewirtschaft Thomas Haupt. „Also haben wir angefangen, uns systematisch damit zu beschäftigen. Wir wollten den Partner-unternehmen schnell ein Angebot an die Hand geben.“

Das Ziel des Angebots

… sollte es sein, hybride Unternehmen zu entwickeln, so Haupt: „Die Stadtwerke der Zukunft werden, was die Kundenkanäle betrifft, so sein wie die Sparkassen vor Ort. Wir müssen die analogen Kanäle weiter bedienen. Der Kunde muss klassisch in ein Kundencenter gehen können. Wir brauchen aber ähnlich wie im Online-Banking auch digitale Kanäle.“ Die Abteilungen Vertrieb und Marketing machten sich an die Arbeit, herauszufinden, welche digitalen Kanäle notwendig sind. Außerdem galt es, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Häufig muss man erst mal ein tieferes Verständnis für Digitalisierung schaffen, für sich selber und für die Partner. Ab und zu sagten Unternehmen: Das brauche ich eigentlich nicht oder ich bin auf dem Land, bei mir ticken die Kunden nicht so, ich muss gar nicht digital werden“, sagt Haupt.

Der erste Schritt zur Digitalisierung

… war eine Marktforschungsstudie mit der Fragestellung: Wie digital ist der Energiekunde von heute? Durch die Studie wurde klar, welche Entwicklungen es auf dem Markt gibt und was die Kunden von Energieversorgern erwarten. Zweiter Schritt war die Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie, dazu kam eine Beratungsfirma mit an Bord. Zusammen mit Partnerunternehmen erstellten die Abteilungen Marketing und Vertrieb schließlich einen Maßnahmenkatalog. Für die einzelnen Maßnahmen entwickelt die Thüga nach und nach Angebote zur Unterstützung der Partnerunternehmen. Bei der Umsetzung von Maßnahmen rückte besonders eine Frage ins Zentrum: Welche Themen können die Partnerunternehmen der Thüga in der Gruppe gemeinsam angehen? Denn durch gemeinsame Lösungen lassen sich jede Menge Kosten sparen. Und das ist dringend notwendig, denn die Digitalisierung ist teuer. Gemeinsame Gruppenlösungen sparen Geld.

Erste Digitalisierungserfolge

… können die Abteilungen Marketing und Vertrieb schon vorweisen. In Zusammenarbeit mit der Conergos haben sie eine Lösung für digitale Kundenportale entwickelt. Und schon mit 15 Unternehmen haben sie eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet, weitere sollen folgen. Ziel der Beratung ist, Maßnahmen und eine Roadmap auf einem Zeitstrahl zu planen. So wissen die Unternehmen, was sie in den nächsten drei Jahren anpacken müssen. „Wir haben eine sogenannte Digitalisierungswerkstatt. Wie begleiten unsere Partner in der Umsetzung ihrer Maßnahmen, führen einmal im Monat eine ausführliche Telko und sprechen über Erfahrungen in der Umsetzung“, erklärt Haupt. Außerdem gibt es einmal im Halbjahr einen Workshop-Tag, an dem die Themen intensiv diskutiert werden. „Das ist ein permanenter Prozess, bei dem ich ständig überprüfen muss, welche Themen neu dazugekommen sind. Denn die Digitalisierung ist ein Prozess, der sich durch technologische Entwicklungen ständig wandelt und nicht allein durch eine Checkliste abgearbeitet werden kann.“

Unterstützung bekommen

… Unternehmen, die eine Digitalisierungsstrategie entwickeln oder einzelne Maßnahmen umsetzen möchten – von der Suchmaschinenoptimierung, dem Kundenportal bis hin zur Social Media- Strategie. Ein Stadtwerk, das beispielsweise seine Website optimieren möchte, kann sich an Thüga wenden. „Manche Themen erarbeiten Unternehmen selber, manche zusammen mit Dienstleistern und bei anderen finden wir gemeinsam eine Lösung. Wir wollen aktiv begleiten und übereinstimmende Maßnahmen suchen und bei Interesse entwickeln wir gemeinsam Projekte“, so Haupt.

Christian Salmen, Leiter Vertrieb Privat-und Gewerbekunden ewr GmbH berichtet von seinen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Thüga:

„Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie für Marketing und Vertrieb haben wir an einem Workshop der Thüga teilgenommen. Eines der Themen des Workshops war die Frage: Wie wird man im Netz wahrgenommen? Dabei haben wir unter anderem nachgeprüft, wie gut die ewr im Internet auffindbar ist und festgestellt, dass die ewr bei der Suchabfrage nach Gas gar nicht so einfach zu finden ist. Der Workshop hat uns Anregungen gegeben, was wir verbessern können. Einige davon haben wir auch schon umgesetzt. In einem ersten Schritt haben wir die Inhalte unserer Website im Hinblick auf Key-Wörter analysiert und überarbeitet, weitere Optimierungen werden sukzessive folgen.“

Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM):

»Anfang April dieses Jahres startete die ESM gemeinsam mit der Thüga und mehreren anderen Partnern der Thüga-Gruppe das Projekt ‚Digitalisierungsstrategie Vertrieb und Marketing‘. In einem Strategie-Workshop haben wir eine gemeinsame Projektausrichtung und ein einheitliches Projektverständnis definiert. In zwei Inhouse-Workshops haben wir kurz darauf mit der Thüga zwölf Maßnahmen entwickelt. Dies ist beispielsweise die mobile Optimierung der ESM-Website, Online-Werbung, digitale Kundenabrechnung, aber auch die Optimierung unserer Suchmaschinen-Präsenz. Alle diese Punkte sind derzeit in der Umsetzung. Die Zusammenarbeit mit Thüga läuft sehr gut. Neben Workshops in Nürnberg und Selb finden regelmäßige Telefon- und Webkonferenzen statt, bei denen alle beteiligten Unternehmen über Erkenntnisse in der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie berichten. Thüga agiert hier als Fachpartner, aber auch als Moderator. Das große Plus der Gruppe ist, dass nicht jeder ständig das Rad neu erfinden muss. So können alle Beteiligten vom Know-how des Netzwerks profitieren.«?