Digitalisierung & Vernetzung

Digitalisierung: „Allein ist das kaum zu stemmen“

 
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Digitalisierung & Vernetzung | 11.06.2017

Digitalisierung: „Allein ist das kaum zu stemmen“

Die ersten Schritte auf dem Weg zu einer digitalen Thüga-Gruppe sind gemacht. Gemeinsam mit elf Energieversorgern entwickelten Thüga und Boston Consulting Group (BCG) eine Digitalisierungs-Roadmap.

Annette Suckert, Leiterin der Stabsstelle IT-Management und Digitalisierung bei der Thüga, ist überzeugt: Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt gravierend verändern. Wer nicht mitmacht, den hängt der Markt irgendwann ab. „Aber es gibt auch in der Digitalisierung Hypes. Deshalb ist es sehr wichtig, eine Digitalisierungsstrategie zu haben und nicht wahllos Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Suckert. Aus diesem Grund bietet die Thüga gemeinsam mit der Boston Consulting Group ihren Partnerunternehmen Workshops an und hilft ihnen, die wichtigsten fünf Digitalisierungsmaßnahmen – die so genannten Top 5 – herauszufiltern. „Das ist die Herausforderung: für jedes Unternehmen die Maßnahmen zu identifizieren, die die Wertschöpfung am stärksten unterstützen“, sagt Suckert.

Erarbeiten einer Digitalisierungs-Roadmap

Eine erste Vorauswahl ergab, welche Themen am wichtigsten sind. Das Ergebnis: Messstellenbetrieb, digitalisierte Ablese- und Abrechnungsprozesse, Online-Kundenportale, mobile Kommunikation, Multikanal-Strategie, Workforcemanagement, Kundenwertanalyse und Mitarbeiterprozesse. Da nicht alle Maßnahmen umsetzbar sind, wählte jedes Stadtwerk fünf aus, die im Rahmen von viertägigen Workshops bewertet und auf eine Zeitschiene gelegt wurden. Die gemeinsam mit der Thüga erarbeitete Roadmap soll die Maßnahmen für die nächsten beiden Jahre konkret beschreiben. Einige Themen sind laut Suckert besonders wichtig. Die Kommunikation, also verbesserte Webauftritte und Apps, wird in Zukunft eine große Rolle spielen. Auch Social Media wird dabei immer wichtiger. „Durch den Generationswechsel verliert das Thema Mail an Bedeutung, denn die Jüngeren kommunizieren gar nicht mehr per Mail“, sagt Suckert. „Unternehmen werden also verstärkt in Richtung Multikanal-Strategie gehen müssen.“ Das bedeutet beispielsweise, neben der Web­site müssen Energieversorger ihren Kunden zusätzlich eine App und einen Facebook-Auftritt anbieten.

Synergieeffekte nutzen

Vorteil an dem Angebot sind die Synergieeffekte in der Thüga-Gruppe. Denn im Rahmen des Beratungsangebots kristallisieren sich Projekte heraus, die gemeinsam entwickelt werden können. Ein Beispiel dafür sind Kundenportale. Hier macht es Sinn, die Kräfte zu bündeln. Abteilungen wie Vertrieb und Marketing entwickeln deshalb Beratungsangebote. Auch beim Messstellenbetrieb entwickelt die Thüga eine gemeinsame Lösung.

Gemeinsam stark

Ulrich Köngeter von den Stadtwerken Villingen-Schwenningen ist begeistert von der Zusammenarbeit: „An den vier Projekttagen haben wir Erkenntnisse gewonnen, auf die wir alleine nie gekommen wären.“ Die Abteilung IT-Management und Digitalisierung unterstützt gemeinsam mit den Hauptabteilungen Energiewirtschaft, Einkauf und Netze und Controlling und Beteiligungen die Unternehmen auch in der Umsetzung. Die weitere Zusammenarbeit ist laut Köngeter dringend notwendig. „Die Digitalisierung ist gerade in Zeiten von Herausforderungen wie dem Messstellenbetriebsgesetz extrem wichtig. Alleine ist das kaum zu stemmen – gemeinsam lassen sich Maßnahmen viel besser umsetzen.“

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