Jedes Unternehmen weiß inzwischen, dass Daten die Grundlage für seine Wettbewerbsfähigkeit sind. Doch die große Frage bleibt, wie man aus der Menge an Daten die relevanten Informationen herausfiltert, um aus ihnen gewinnbringende Geschäftsmodelle abzuleiten. Thüga hat den Sprung in den Data Lake gewagt. Im Gespräch darüber mit Annette Suckert, Leiterin des Kompetenzcenters Digitalisierung & Kaufmännische Beratung bei der Thüga, und Steffen Vierkorn, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters QUNIS.

Frau Suckert, was verbirgt sich hinter dem Begriff Data Lake?

Unter einem Data Lake (englisch für Datensee) versteht man einen sehr großen Datenspeicher, der unterschiedliche Daten in ihrem Rohformat sammelt. Er beinhaltet strukturierte, semistrukturierte und unstrukturierte Daten. Diese werden für die Anwendungen aufbereitet und stehen zur Verfügung.

Welchen Nutzen kann die Thüga aus einem Data Lake ziehen?

Je größer die Datenmenge für einen Anwendungsfall ist, die ich zur Verfügung habe, desto genauere Analysen kann ich aus ihnen für die Geschäftsmodelle ziehen. Und je differenzierter die Analysen und Modelle sind, umso aussagekräftiger und zielgerichteter können Entscheidungen getroffen werden.

Ein Data Lake ist also ein Instrument, um Entscheidungsgrundlagen zu optimieren?

Genau. Unternehmen wie Amazon, Google oder Facebook praktizieren das bereits seit Jahren: Diese Unternehmen arbeiten mit analytischen Modellen, mit künstlicher Intelligenz, die auf einer Big Data-Struktur basieren. Als Beispiel: Suche ich im Netz nach einem Flug nach Athen, erhalte ich in den kommenden Tagen unaufgefordert Werbung zu Flügen nach Athen.

Und das will jetzt auch die Thüga können?

Ja. Ein Ziel der Thüga-BI & Big Data-Strategie ist es, gemeinsam mit den Partnerunternehmen eine Architektur zu entwickeln, die die Partner in die Lage versetzt, ihre Kunden genauso gut zu kennen und auf deren Wünsche eingehen zu können, wie es Amazon & Co. tun. Aber das Geschäftsmodell Kundenanalyse ist nur eines von vielen, die wir durch den Data Lake entwickeln können.

Welche Anwendungen gibt es denn noch?

Generell lassen sich im Unternehmen Prozesse, Planung, Analytics oder Reporting auf der Basis von BI & Big Data effizienter entwickeln und nutzen. Alle Unternehmensentscheidungen werden in der Zukunft stark datengetrieben sein. Das ist der Weg zur ‚data driven company‘. Die Thüga-Gruppe hat hier den enormen Vorteil, in einem gemeinschaftlichen Modell eine BI & Big Data-Architektur auf- und aus­zubauen.

Mit wem arbeitet die Thüga zusammen?

Die ersten Schritte der Strategieentwicklung liefen in den vergangenen vier Monaten in einem Projekt von Thüga, Conergos und TSG, unterstützt durch QUNIS, ein Beratungshaus mit dem Schwerpunkt BI & Big Data. Diese Strategie wird in den nächsten Monaten durch ein agiles Projektteam erprobt, zu dem Mitarbeiter aus drei Partnerunternehmen und der Thüga gehören. Dieses Projektteam entwickelt mit der Design Thinking-Methode einen Prototypen, der in der geplanten Architektur umgesetzt werden soll.

Herr Vierkorn, wer ist und was macht QUNIS?

Uns gibt es seit 2013. Zu unseren Kunden zählen Unternehmen und Konzerne, die wir in allen Belangen ihrer Daten- und Digitalisierungsinitiativen begleiten. Der Aufbau eines Data Lakes steht dabei so gut wie immer im Mittelpunkt.

Wie profitiert ein Unternehmen generell von einem Data Lake?

Mit einem Data Lake steht eine riesige Flut verschiedenster Daten für die Weiterverarbeitung bereit. So lassen sich Informationen gewinnen, Prognosen und Simulationen erstellen und Anomalien erkennen. Je effizienter und transparenter diese Informationen gewonnen und genutzt werden, desto erfolgreicher ist das Unternehmen im digitalen Wettbewerb.

Was sehen Sie als großen Vorteil der Thüga?

Die Thüga als Netzwerk kann auf eine riesige Datenmenge zugreifen. Dafür muss nicht jedes einzelne Partnerunternehmen einen eigenen Datensee aufbauen – vielmehr kann ein Data Lake mit allen Daten für jeden bereitgestellt werden. Das bringt eine enorme Skalierbarkeit.

Was ist die konkrete Aufgabe von QUNIS im Thüga-Projekt?

Gerade erarbeiten wir die Data Lake-Architektur. Wir legen die Strategie fest, definieren das Datenmanagementkonzept und geben Orientierung für die nachhaltige Verankerung im Konzern. Ein äußerst spannendes Projekt!

Fragen zum Thema?
Ansprechpartnerin ist
Dr. Elke Wanke
Tel.: 089 / 381 97 – 12 53
elke.wanke@thuega.de