… und mittlerweile Pleite. BEV hatte zuletzt in Niedersachsen abenteuerliche Grundpreis-Erhöhungen verkündet – sozusagen ein letztes Aufbäumen vor der Insolvenz. Über 500.000 Haushalte sind betroffen.

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Georg Münnich

georg.muennich@thuega.de

„Die Stadtwerke haben in den vergangenen Jahren viel in Kundenservice und digitale Kundenkommunikation investiert, die sind auf der Höhe der Zeit! Verträge können bequem online abgeschlossen und über das Online-Kundenportal verwaltet werden, die Usability der Webseiten ist besser geworden. Die Thüga bietet den Stadtwerken aus der Thüga-Gruppe auch zahlreiche Dienstleistungen an, um sich hier optimal aufzustellen. “

Davon auch zahlreiche in Gebieten, die Thüga-Partnerunternehmen versorgen. Diese nehmen die gestrandeten BEV-Kunden „unter ihre Fittiche“ und automatisch in die Grundversorgung auf. Warum lohnt es sich, nicht reflexartig auf den nächsten Billig-Energieversorger aufzuspringen? Georg Münnich vom Thüga-Kompetenzteam Vertrieb/Marketing hat Antworten.

Was soll der Verbraucher tun, sobald er von der Insolvenz seines Versorgers erfährt?

Ganz praktisch gesehen? Den Zählerstand ablesen, den Vertrag kündigen, kein Geld mehr für Abschlagszahlungen überweisen und die Einzugsermächtigung widerrufen. Die Verbraucherzentrale bietet hier Musterbriefe an. Und sich natürlich um einen neuen Versorger kümmern.

Der Grundversorger, meist das Stadtwerk, übernimmt automatisch mit einem in der Regel teuren Basistarif…

Der Kunde hat die Wahl, vom Basistarif in einen günstigeren zu wechseln. Stadtwerke halten verschiedene Strom- und Gasprodukte vor. Er kann den passenden Tarif für sich auswählen. Es gibt Ökostrom-Tarife, Produkte mit einer Preisgarantie, es gibt preisattraktive Online-Produkte.

Also ist das Stadtwerk nicht generell teurer als ein Online-Anbieter?

Stadtwerke kalkulieren ihre Angebote nachhaltig und seriös Das sind keine Lockvogelangebote. Es lohnt sich, die Angebote in Ruhe zu vergleichen. Also den Einmal-Bonus bei den Discountern herauszurechnen, den man ja nur im ersten Jahr bekommt.

Wenn ich als Kunde also in einem Online-Portal unterwegs bin, dann…

……sollte ich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und die einzelnen Preisbestandteile der Angebote unter die Lupe nehmen. Strategie vieler Billiganbieter ist es, Kunden durch hohe Einmalboni zu ködern, um dann im Folgejahr kräftig die Preise anzuheben, wie im Fall der BEV geschehen.

Wie beurteilen Sie in diesem Kontext generell die Rolle der Vergleichsportale?

Vergleichsportale werden von immer mehr Verbrauchern genutzt. Jeder vierte Stromvertrag von Haushaltskunden wird inzwischen über ein Portal im Internet vermittelt. Verivox und Check24 haben ein Duopol unter den Vergleichsportalen. Daher sind sie in der Pflicht und müssten meiner Meinung nach noch transparenter machen, ob die Angebote nur kurzfristig einen Preisvorteil bieten oder dauerhaft preislich attraktiv sind.

Und wenn das Angebot des Stadtwerkes doch etwas teurer ist – warum sollte der Kunde es trotzdem wählen?

In der mittleren Frist ist das Stadtwerk durchaus auch unter preislichen Aspekten attraktiv. Es passt eben nicht ständig die Preise an. Man hat mit dem Stadtwerk keine Scherereien, dass Guthaben nicht ausbezahlt werden oder Abschläge unangemessen hoch angesetzt werden. Man hat einfach einen seriösen Anbieter aus der Region, der sich dort auch engagiert.

Inwieweit engagiert?

Der örtliche Versorger fördert Vereine, investiert in die Region, ist Arbeitgeber, schafft Ausbildungsplätze. Er ermöglicht eine lokale Infrastruktur, ob das ÖPNV ist oder Freizeitangebote sind wie Bäder… er ist einfach mehr, als „nur“ ein anonymer Stromlieferant. Er ist das Stadtwerk vor Ort mit attraktiven Angeboten.

Was tun denn die Stadtwerke der Thüga-Gruppe, um die gestrandeten Kunden gut aufzufangen?

Von Insolvenz betroffene Kunden erhalten in der Regel ein Angebot ihres Stadtwerks, damit sie schnell aus der Grundversorgung herauskommen. Und wenn sie bei ihrem Stadtwerk bleiben, werden sie auch nicht wieder in eine solche Situation kommen!